Sportwetten: Fußball macht den Löwenanteil aus

Wetten, dass Wetten ein Geschäft sind? 800 Millionen Euro setzten Österreichs Buchmacher im Vorjahr um.

WIEN (mhk). Der Traum vom "heute platzieren, morgen kassieren" ist den sportinteressierten Österreichern einer der liebsten. 800 Millionen Euro wurden 2004 in diesen Traum investiert, rechnet Helmut Grubmüller, Geschäftsführer des Verbands der Buchmacher vor, "85 Prozent davon wurden ausbezahlt". Mehr als 70 Buchmacher mit mehr als 360 Wett-Büros und -Kaffees werben in Österreich Wett-Einsätze, auch das Internet ist zum Tummelplatz für Wetter geworden. Die Boomphase der letzten Jahre sei zwar vorbei, das große Interesse an Sportwetten aber geblieben, meint Grubmüller. Das Resultat sei eine Spielbegeisterung, die sich - analog zum Wett-Paradies England - quer durch alle soziale Schichten ziehe: "Alle, die auf den Sportplatz gehen, sind potenzielle Kunden." Wesentlich zum Aufschwung der Branche beigetragen hat der Markteinstieg von tipp3 im Jahr 2000. Weitere große Player am lokalen Markt sind daneben Admiral oder Wett-Punkt, meint Fußball-Fan Grubmüller. "Fußball-Wetten machen den Löwenanteil aus", sagt der Verbands-Geschäftsführer, das sind rund 85 Prozent. Daneben sind Formel 1, Tennis, Ski und Eishockey die beliebtesten Sportarten.

Wie viele Spieler regelmäßig Wetten platzierten, lasse sich nicht sagen, hingegen der durchschnittliche Einsatz: 11 Euro. Ein gesetzlich vorgeschriebenes Maximum, wie viel pro Wette gesetzt werden darf, kennt keines der neun Buchmacher-Landesgesetze. Daher gibt es auch keine Verpflichtung für Buchmacher, auffällig scheinende Platzierungen zu melden.

Generell gelte, je höher die Quote, desto genauer werde die Höhe der gesetzten Beträge beobachtet. Der Online-Anbieter betandwin etwa erlaubt seinen registrierten Kunden nur Einzahlungen bis zu 1000 Euro pro Tag. tipp3, das Teilnehmern Anonymität verspricht, klassiert Sportereignisse nach Risiko-Kategorien: In der Bundesliga sind höhere Einsätze erlaubt als etwa in der Champions League. Exakte Beträge wollte man jedoch nicht nennen.

Welche Einsatzbeträge akzeptiert werden, sagt Helmut Grubmüller, hänge letztlich von der Liquidität, jedes einzelnen Buchmachers ab. Für die Konzession eines Wettbüro in Wien müssen rund 230.000 Euro, als Bankgarantie, am Sparbuch oder in Wertpapieren erlegt werden.

Ein Wettverbot für Bundesliga-Spieler oder Referees können sich die Buchmacher nicht vorstellen: "So was könnten nur Schiedsrichter oder Spielerverbände aussprechen." Aber selbst ein Verbot könne Strohmänner nicht verhindern.

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