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Aus für ORF-Refundierung: Filmbranche in Aufruhr

fuer ORFRefundierung Filmbranche Aufruhr
fuer ORFRefundierung Filmbranche Aufruhr(c) Die Presse (Michaela Bruckberger)
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2000 Arbeitsplätze in Filmwirtschaft wären durch den geplanten Wegfall der Gebührenrefundierung direkt sowie indirekt betroffen, heißt es in einer Studie.

Die heimische Filmbranche ist in Aufruhr. Den seit Wochen prognostizierten "Kahlschlag" im Zuge des Wegfalls der ORF-Gebührenrefundierung und der damit verbundenden Sparmaßnahmen beim öffentlich-rechtlichen Sender untermauert man nun auch mit Zahlen: Bei Einsparungen von 35 Millionen Euro würde es zu einem Einbruch von 50 Millionen Euro beim Produktionsvolumen kommen, wie es in einer vom Filmproduzentenverband AAFP in Auftrag gegebenen Studie heißt. Das betreffe letztlich auch etliche Arbeitsplätze, sei doch die heimische Filmbranche "nicht nur ein künstlerischer Erfolg, sondern auch eine echte Beschäftigungsmaschine", so Studienautor Michael Paul.

120 der derzeit 1460 Unternehmen sowie 1000 von knapp 3300 Arbeitsplätzen sieht die von "paul und collegen Consulting GmbH" durchgeführte Studie gefährdet - wobei durch indirekte sowie induzierte Folgeeffekte in angrenzenden Branchen weitere 1000 Beschäftigte zum Handkuss kommen würden.

"Das ist aber noch eine moderate Schätzung", sagte Paul am Freitag. Ausgedrückt in notwendigen Sozialtransfers (Arbeitslosengeld, etc.) und ausbleibendem Steuereinkommen würde das ein Minus von knapp 50 Millionen Euro für die öffentliche Hand bedeuten. "Womit die Einsparungen mehr kosten, als sie bringen würden."

Einbußen von 33 Prozent befürchtet

Inhaltlich befürchtet man bei allen Sparten - von Film über Serie bis Show und Dokumentation - Einbußen von knapp 33 Prozent, 17 Tage österreichisches Programm würden dadurch verschwinden. Und: "Einzelne Effekte treten aufgrund der Planungsunsicherheit bereits jetzt ein. Es kann nur darum gehen, diesen Schaden zu begrenzen", resümierte Paul.

Maria Anna Kollmann vom Dachverband der Filmschaffenden appellierte erneut an die Politik "umgehend zu handeln". Und Gerhard Schedl von der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten - Kunst, Medien, Sport, freie Berufe gab zu bedenken, dass "erworbenes Know-how einfach vernichtet" werden würde. "Das kann man ja nicht einfrieren und später wieder auftauen."

Das Podium, auf dem auch Produzent Thomas Pridnig (Lotus Film) sowie Werner Müller vom Fachverband der Film- und Musikindustrie vertreten waren, betonte aber, der ORF-Geschäftsführung "keine Ratschläge" bezüglich des weiteren Vorgehens geben zu wollen. Stattdessen wolle man mit den Regierungsparteien in einen Dialog treten. "Es gibt Lösungen, aber mit uns wird nicht gesprochen. Das könnte uns ein Jahr kosten", warnte Müller.

>>> Linz zur Studie: www.austrian-film.com/de/pressebereich

(APA)