Schnellauswahl

Keine Pornos mehr für britische Internetnutzer

Keine Pornos mehr für britische Internetnutzer
Keine Pornos mehr für britische InternetnutzerAPA/HELMUT FOHRINGER

Mit Ende des Jahres werden die Provider pornografische Inhalte standardmäßig blockieren. Wer sie sehen will, muss sie erst freischalten. Der Filter wird aber automatisch reaktiviert.

Großbritannien wird einen Teil des Internets blockieren. Claire Perry, Beraterin von Premier David Cameron für die "Vermeidung von Sexualisierung und Kommerzialisierung der Kindheit", kündigt nach Angaben von Wired an, dass bis Ende des Jahres verpflichtende Pornofilter umgesetzt werden. Die Provider werden diese Technologie für alle Kunden einsetzen. Wer die gesperrten Inhalte sehen will, muss sie erst freischalten lassen.

Provider filtern bereits

Dem Bericht zufolge agieren die Provider in vorauseilendem Gehorsam. So nutzt der Provider TalkTalk bereits seit März 2012 solche Blockaden. Allerdings nicht nur für neue Benutzer, sondern inzwischen auch für ältere Kunden, deren Vertragsbedingungen damit einseitig geändert werden. Dem Provider zufolge würde ein Drittel der Benutzer die Filter deaktivieren.

WLAN-Sperre

Cameron-Beraterin Perry will aber noch weiter gehen. Der Porno-Filter soll sich automatisch wieder einschalten. Wenn man ihn etwa um 21.00 Uhr abdreht, wird er ab 7.00 Uhr wieder aktiv. Damit nicht genug: Pornografische Inhalte in öffentlichen WLAN-Netzen will Perry komplett verbieten, ohne die Möglichkeit, sie freischalten zu können.

Dammbruch

Die große Frage, die sich stellt: Wer entscheidet in Zukunft, was hinter die Filter gehört und was nicht? Unter dem Deckmantel, Kinder vor ungeeigneten Inhalten zu schützen, könnten in Zukunft noch ganz andere Dinge blockiert werden. Es gibt derzeit aber noch andere Länder, die so vehement das Internet zu kontrollieren versuchen. Darunter eines, das ausgerechnet von der britischen Regierung oft kritisiert wurde: China.

(db)