Wien Energie soll sich verbessern

Energie. Der Wiener Versorger will heuer ein positives Ergebnis erzielen. Letzes Jahr gab es einen Verlust.

Wien. Die Wien Energie GmbH hat im ersten Quartal 2013 weniger Strom und mehr Fernwärme erzeugt. Der Energieabsatz ist wegen der kälteren Witterung gestiegen. Nach einem von Sondereffekten geprägten Verlust von 260 Mio. Euro 2011/12 wird für das Geschäftsjahr 2013 eine deutliche Verbesserung erwartet, das Ergebnis soll positiv sein.

Zu den Strom- und Gaspreisen für die Kunden verwies Geschäftsführer Robert Grüneis auf die stabile Preispolitik des Versorgers. Man wolle stabil bleiben und beobachte den Markt sehr genau.

Der Stromabsatz stieg um 4 Prozent auf 2.634 GWh, der Gasabsatz um 2 Prozent auf 3.695 GWh und der Wärmeabsatz um 7 Prozent auf 2.567 GWh. Insgesamt wurden 8.896 GWh Energie abgesetzt, ein Plus von 4 Prozent.

Mehr geheizt

Die Temperaturen lagen im Versorgungsgebiet der Wien Energie im ersten Quartal gemessen an der Heizgradsumme um 10,9 Prozent unter dem langjährigen Trend. Im Vergleich zum Vorjahr war es um 8,8 Prozent kälter. In der gesamten Heizsaison von Oktober 2012 bis Anfang April 2013 schlägt sich dies für einen durchschnittlichen Wärmekunden mit plus 12,80 Euro nieder.

Die Stromerzeugung sank um 16 Prozent auf 1.874 Gigawattstunden (GWh). Deutlich höher war in den ersten drei Monaten 2013 der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung mit 13 Prozent, nach 10 Prozent im Vorjahreszeitraum. Grund dafür war neben einem Rückgang der Produktion aus den Gaskraftwerken vor allem die höhere Stromerzeugung aus Wasserkraft.

Die Fernwärmeproduktion stieg um 8 Prozent auf 2.578 GWh. Insgesamt sank die Energieerzeugung um 4 Prozent auf 4.453 GWh.

Abwarten in der Causa Fernwärme

In der Causa Fernwärme bezüglich mutmaßlicher Preisabsprachen wartet man auf die Ermittlungsergebnisse des Staatsanwalts und will das laufende Verfahren nicht kommentieren. Die Fernwärme und die Wiener Stadtwerke brachten Ende November 2011 als mutmaßlich Geschädigte eine Sachverhaltsdarstellung wegen des Verdachts der Untreue und verbotener Absprachen bei Vergabeverfahren bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ein.

Der Umsatz der Wien Energie betrug im ersten Quartal 672,2 Mio. Euro. Vergleichszahlen gibt es wegen der Umstellung des Geschäftsjahres auf das Kalenderjahr nicht. Das Betriebsergebnis betrug 49,8 Mio. Euro, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) belief sich ebenso wie der Jahresüberschuss auf 49,1 Mio. Euro. Im Gesamtjahr wird eine deutliche Verbesserung gegenüber 2011/12 erwartet, vorbehaltlich des Witterungs- und Absatzverlaufes im zweiten Halbjahr, so Geschäftsführer Thomas Irschik. Die Beteiligung an der EconGas sei bereits im letzten vollen Geschäftsjahr 2011/12 (per Ende September) auf Null abgewertet worden, die Gaskraftwerke um 70 Mio. Euro. Die erforderliche Neubewertung der Pensionsrückstellungen ist fast zur Gänze bereits berücksichtigt.

Wien-Energie-Geschäftsführerin Susanna Zapreva verwies auf die weiterhin schwierigen Bedingungen in der Energiewirtschaft - hohe Gaspreise bei relativ niedrigen Strompreisen und geht davon aus, dass die Gaspreis-Verhandlungen mit Russland und Norwegen bis Jahresende abgeschlossen sind. Es werde verhandelt - in Vorbereitung als Ultima Ratio sei auch ein Schiedsverfahren. Mehr als 50 Prozent würden bereits am freien Markt beschafft. Der Unterschied zwischen ölpreisinduzierten und Hub-induzierten Preisen sei im ersten Quartal bei 5 Euro pro MWh gelegen.

Investiert wurden 28 Mio. Euro. Die Verschuldungsquote (Gearing) betrug per Ende März 266 Prozent, Ende März 2012 waren es rund 128 Prozent und per 31. Dezember des Vorjahres 283 Prozent. Beschäftigt waren in der Wien Energie GmbH, die für Produktion und Vertrieb zuständig ist, in den Monaten Jänner bis März 2013 stabil durchschnittlich 2.776 Mitarbeiter.

(apa)

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