Marktvorschau. Der "Große Verfallstag" könnte für Volatilität sorgen. Nach dem starken Verlusten am Donnerstag erwartet man Wien wieder etwas Stabilisierung - ein kleines Plus erwarten Analysten für den ATX.
Wien. Heimische Aktienhändler erwarten die Eröffnung an der Wiener Börse am Freitag mit gut behaupteter Tendenz. Nach den starken Verlusten vom Vortag dürfte sich der ATX stabilisieren und zu Handelsbeginn nach Händlerschätzungen rund zwei Punkte über dem Schluss-Stand vom Donnerstag (2.320,34) liegen. Im weiteren Tagesverlauf sehen Marktteilnehmer den ATX in einer Bandbreite zwischen 2.270 und 2.325 Einheiten. Der APA-Konsensus, die ATX-Prognose wichtiger Banken, geht von einem ATX-Schluss bei 2.315 Punkten aus.
Der Kursrutsch der vergangen zwei Handelstage könnte am Berichtstag ein Ende finden. Börsianer machten vor allem die deutliche Erholung an den asiatischen Börsen im Handelsverlauf für die sich abzeichnende Stabilisierung verantwortlich - der Nikkei liegt sogar im Plus. Ähnlich präsentiert sich die Tendenz an der Wall Street, wo sich der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial von seinem Tief aus dem späten US-Handel von über einem Prozent deutlich erholt hat.
Angesichts des großen Verfalltag an den Terminbörsen, dem sogenannten "Hexensabbat", könnte der Handel aber volatil bleiben. Zum Wochenausklang stehen für den heimischen Markt kaum Unternehmensnachrichten auf der Agenda. Auch marktbewegende Konjunkturdaten werden keine erwartet.
Am Donnerstag hatte der heimische Leitindex kräftig eingebüßt und um 2,56 Prozent tiefer bei 2.320,34 Punkten geschlossen. Ein näher rückendes Ende des ultralockeren geldpolitischen Kurses in den USA drückte europaweit massiv auf die Aktienkurse, hieß es aus dem Handel. Am Vorabend hatte US-Notenbankchef Ben Bernanke den Markt auf eine Drosselung der lockeren Geldpolitik vorbereitet, sofern die weiteren Wirtschaftsdaten positiv ausfallen. Diese Aussagen sorgten an den Finanz- und Rohstoffmärkten für sehr starken Verkaufsdruck.
Besonders stark wurden die Aktien der Erste Group abgestraft, die um 6,69 Prozent auf 22,58 Euro absackten. Raiffeisen Bank International verbuchten einen Kursrückgang in der Höhe von 2,32 Prozent auf 24,00 Euro.