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„Ein historischer Fehler der Fed“, sagt Krugman

„Ein historischer Fehler der Fed“, sagt Krugman
„Ein historischer Fehler der Fed“, sagt Krugman(c) APA (Christopher Barth / EPA)
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Die US-Notenbank könne laut Paul Krugman, bekannter Ökonom und NYT-Kolumnist, nicht mehr „glaubhaft versichern, unverantwortlich zu handeln“.

New York/Jil. Die Ankündigung der Federal Reserve, das Anleihenkaufprogramm „Quantitative Easing 3“ möglicherweise schon in diesem Jahr zurückzufahren, könnte sich als „historischer Fehler“ erweisen, sagt Paul Krugman, der bekannte Ökonom und NYT-Kolumnist. Krugman gilt als Befürworter einer lockeren Geldpolitik – aber eigentlich nicht als sonderlich scharfer Kritiker der Federal Reserve.

Krugman sagte schon zuvor, die Fed müsse „glaubhaft versichern, unverantwortlich zu handeln“. Sie solle bei ihrer Geldpolitik nicht auf die Inflation achten, sondern lediglich auf die Erholung der Wirtschaft und eine Senkung der Arbeitslosenquote. Nun ist dies zwar genau das, was die Fed scheinbar tut. Ihre Politik dürfte derzeit strikt auf eine Senkung der Arbeitslosigkeit und nicht auf die Kontrolle der Inflation ausgerichtet sein. Im Gegenteil: Da die Banken immer noch sehr vorsichtig sind, besteht derzeit eher die Gefahr der Deflation. Aber Krugman sieht die „neue“ Politik der Fed trotzdem als zu „konventionell“ an.

Zu konventionell?

Nachdem sie jetzt bereits die geplante Rücknahme des „billigen Geldes“ angekündigt hat, könnte die Fed sich selbst in die Falle gesetzt haben, so Krugman. „Was passiert, wenn die Wirtschaft stockt und die Inflationserwartungen weiter fallen? Kann die Fed dann eine Kehrtwende machen und die glaubhafte Botschaft transportieren, dass sie doch nicht so konventionell denkt? Es ist schwer vorstellbar, nachdem sie ja jetzt gezeigt hat, dass sie bereit ist, die Punschschüssel schon verschwinden zu lassen, bevor die Party überhaupt losgeht.“

Die neue Politik der Fed basiert auf einem positiven Ausblick für die US-Wirtschaft. Wenn dieser sich nicht bewahrheiten sollte, könnte die Fed mehr Schaden angerichtet haben, als sie glaubt, so Krugman.
Ob und wann das von Spöttern als „Gelddruckprogramm“ bezeichnete „Quantitative Easing“ wirklich ausläuft, ist freilich offen. Die Fed hat ihre Ankündigung an viele Variablen gehängt. Die Märkte dürften den zu erwartenden Geld-Engpass aber schon einpreisen: Sie fielen zuletzt rasant.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.06.2013)