Im Eröffnungshandel hatten noch die freundlichen Vorgaben aus Übersee gestützt. Die Bankaktien belasten den Wiener Leitindex.
Die Wiener Börse hat sich heute, Freitag, zu Mittag bei moderatem Volumen mit leichterer Tendenz präsentiert. Der ATX drehte nach einem freundlichen Frühhandel ins Minus und wurde um 12.00 Uhr mit 2237,64 Punkten errechnet, das ist ein Rückgang von 6,19 Punkten bzw. 0,28 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +0,05 Prozent, FTSE/London +0,20 Prozent und CAC-40/Paris -0,23 Prozent.
Im Eröffnungshandel hatten noch die freundlichen Vorgaben aus Übersee gestützt. Insbesondere hatten die kräftigen Gewinne an der Tokioter Börse für eine gute Anlegerstimmung gesorgt, kommentierten Händler. Im weiteren Verlauf sorgten allerdings die Finanzwerte für Belastung. Negativ wurden auch die gesenkten Wachstumsprognosen von Wifo und IHS aufgenommen, hieß es.
Niedrigere Wachstumsprognosen
Im laufenden Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt demnach real nur um 0,4 bzw. 0,6 Prozent wachsen, nehmen Wifo und IHS an, im März hatten sie noch ein Plus von 1,0 bzw. 0,8 Prozent erwartet. Für 2014 sehen sie jetzt 1,6 bzw. 1,8 Prozent Zuwachs, im März waren beide Institute von 1,8 Prozent Realwachstum ausgegangen.
Gedrückt wurde der ATX insbesondere von den Aktien der Erste Group, die sich um 1,18 Prozent auf 20,60 Euro ermäßigten, sowie jenen der Raiffeisen Bank International (RBI), die mit einem Abschlag von 0,98 Prozent bei 22,28 Euro notierten. Schwächer präsentierten sich auch die Papiere der Vienna Insurance Group (VIG) und gingen um 0,85 Prozent auf 36,04 Euro zurück.
Im Wiener prime market konnten hingegen die Versicherungswerte der UNIQA (plus 3,36 Prozent auf 9,80 Euro) und die Titel des Kranherstellers Palfinger (plus 2,53 Prozent auf 22,30 Euro) am meisten zulegen.
In den Blick gerieten außerdem Lenzing (plus 0,36 Prozent auf 55,10 Euro) und OMV (plus 0,79 Prozent auf 35,03 Euro), nachdem beide Unternehmen den Verkauf von jeweils einer Unternehmenssparte angekündigt bzw. abgeschlossen hatten. So brachte der Faserhersteller Lenzing den mehrheitlichen Verkauf seiner Plastiksparte endgültig über die Bühne. 85 Prozent der Lenzing Plastics GmbH gingen an ein heimisches Konsortium unter der Führung der Invest AG, der Beteiligungsgesellschaft der Raiffeisenbankengruppe Oberösterreich.
Die OMV verkauft indessen ihr Schmierstoff-Geschäft an eine Tochtergesellschaft der russischen Lukoil-Gruppe. Von der Transaktion erfasst seien der Schmierstoff-Bereich in neun europäischen Ländern, die Mischanlage in Österreich sowie der Markenname "BIXXOL", teilte die OMV am Freitag mit. Das Closing des Deals ist für Ende 2013 vorgesehen, über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX zum Börsenstart bei 2.264,81 Punkten, das Tagestief lag kurz vor 12.00 Uhr bei 2.237,33 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 0,22 Prozent tiefer bei 1.102,25 Punkten. Im prime market zeigten sich 13 Titel mit höheren Kursen, 18 mit tieferen und zwei unverändert. In vier Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 1.028.718 (Vortag: 1.293.765) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 28,396 (40,02) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 135.799 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 5,65 Mio. Euro entspricht.
(APA)