Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Tiroler Grüne: Gegner der Homo-Ehe im Gemeinderat

Tiroler Gruene Gegner HomoEhe
Tiroler Gruene Gegner HomoEhe(c) REUTERS (LUCY NICHOLSON)
  • Drucken

Die Gleichstellung von Homosexuellen stehe „im Widerspruch zu seiner Religion“, so Mustafa Isilak. Parteikollege Tarik Özbek bekundet seine Sympathie für den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan.

Wien/Innsbruck. „Ich bin lediglich mit 90 Prozent des grünen Parteiprogramms einverstanden, die Gleichstellung von homosexuellen Paaren etwa nehme ich persönlich aus religiösen Gründen nicht an.“ Wegen dieser und anderer Aussagen, die Mustafa Isilak, grüner Gemeinderat im Tiroler Jenbach, gegenüber der „Presse“ getroffen hat, wird sich am Montag der Tiroler Landesparteivorstand mit ihm befassen.

Von der Partei um eine Stellungnahme gebeten, bekräftigte er, dass die Gleichstellung von Homosexuellen „im Widerspruch zu seiner Religion“ stehe, stellte aber fest, dass er diese Parteilinie als Gemeinderat sehr wohl „mittrage“. Vielen Parteikollegen genügt diese Erklärung aber nicht, sie fordern Konsequenzen, über die am Montag diskutiert werden soll.

Rechtfertigen muss sich auch Isilaks Parteikollege aus Schwaz, Tarik Özbek. Er hat im Zusammenhang mit den Demonstrationen in Istanbul öffentlich seine Sympathie für den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan bekundet.

Zudem kritisierte er die grüne Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe, weil sie an einem Fackelzug teilgenommen hatte, um sich mit den Demonstranten in der Türkei zu solidarisieren. Felipe kenne den Hintergrund der Proteste nicht und es sei nicht in Ordnung, dass sie als Amtsträgerin Position beziehe.

 

„Grundkonsens bei den Grünen“

Felipe will Özbeks Kritik nicht kommentieren. Sie werde Meinungsunterschiede intern klären und Parteikollegen nichts über die Medien ausrichten. Auch Klubobmann Gebi Mair betont, dass über diese Aussagen „ausführlich geredet werden muss – allerdings in den Parteigremien“. Die Gleichstellung von Lesben und Schwulen sei aber „Grundkonsens“ bei den Grünen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.07.2013)