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Stronach: "Nicht Zehnjährige mit 14-Jährigen mischen"

Stronach Nicht Zehnjaehrige 14Jaehrigen
Stronach Nicht Zehnjaehrige 14Jaehrigen(c) EPA
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Die Frage nach einer Gesamtschule sorgt für Verwirrung. Frank Stronach ist vor allem wichtig, dass Kinder in der Schule etwas über Ernährung lernen.

Frank Stronach hat wenig Ahnung von den "heißen Eisen" der bildungspolitischen Debatte. Zumindest so viel kann man nach seinem Auftritt in der ORF-"Pressestunde" am Sonntag sagen. Zwar erhitzt das Thema Gesamtschule seit Jahrzehnten Politik und Bevölkerung, in der neuen Partei des Milliardärs dürfte es aber nicht breiter diskutiert werden. Auf die Frage, ob es eine gemeinsame Schule für die 10- bis 14-Jährigen geben soll, antwortete Stronach: "Ich glaube, das ist gleich wie beim Fussballspiel. Du kannst nicht Zehnjährige mit 14-Jährigen zusammenmischen, das geht nicht."

Das tatsächliche Problem sei aber ein anderes, nämlich
"Wer lehrt die Lehrer?". Damit meinte Stronach aber nicht die neue Lehrerausbildung, sondern den Lehrplan.

In der ersten Klasse müsste schon sein, wie wichtig die Ernährung ist. Ein kleines Kind soll heimkommen und sagen: Mama, koch das nicht, wir haben in der Schule gelernt, das ist nicht gesund.

Frank Stronach


Als Fundament, das gleich von der ersten Klasse Volksschule an vermittelt werden müsse, sieht Stronach die Ernährung ("Man ist, was man isst. Dadurch könnten wir dann Milliarden im Gesundheitssystem sparen"). Dann folge Sport und schließlich sollten die Kinder verstehen, wie wichtig die Wirtschaft ist, denn "jetzt wird gelernt, wenn eine Firma Profit macht, dann nützen sie irgendjemanden aus". 

Die Frage, ob es in Österreich nach wie vor Hauptschulen bzw. Mittelschulen und Gymnasien geben soll oder eine gemeinsame Schule, ließ der Neopolitiker auch nach wiederholtem Nachfragen in der ORF-Pressestunde unbeantwortet. Zum Thema Ganztagsschule sagt er immerhin, dass  Kinder auch die Möglichkeit haben müssten zu spielen. Die Schulen sollten aber weiter ausgebaut werden, um ganztägig eine Kinderbetreuung zu bieten.

Mit Spott und Kritik reagiert die politische Konkurrenz auf den Auftritt. Für SP-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos wurde damit "Stronachs Ahnungslosigkeit in politisch wichtigen Themenbereichen" wie der Bildung "entlarvt".

(rovi)