Aufarbeitung. Im Zuge staatsanwaltschaftlicher Befragungen sparch der Kärntner Medienunternehmer Hansjörg Berger von Scheinrechnungen.
Klagenfurt/Wien. Gegen Berger, den Mitarbeiter und drei weitere Personen wird von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelt. Konkret geht es um überhöhte Rechnungen, über die öffentliches Geld aus dem Land gezogen worden sei. So soll ein Schaden von 60.000 Euro entstanden sein, erklärte Berger vor Journalisten. Scheuch selbst wird derzeit von der WKStA nicht als Beschuldigter geführt.
Geht es nach Berger, war der Mitarbeiter von Scheuch erstmals 2007 an ihn herangetreten und hatte ihn aufgefordert, überhöhte Rechnungen an das Büro Scheuch zu stellen. Die Differenz gegenüber dem tatsächlichen Preis wurde dann über verschiedene Wege abgeschöpft. Einerseits soll der Scheuch-Mitarbeiter selbst Honorarnoten gestellt haben, andererseits stellte ein Oberkärntner Unternehmen diverse Rechnungen.
Zudem zahlte Berger aus dem Überschuss Rechnungen für Blumenschmuck, Personalkosten und Mietfahrzeuge. Darüber, wem die Leistungen zugute gekommen sind, könne er nur mutmaßen, so Berger. "Wir befanden uns damals im Landtagswahlkampf 2009", erklärte er. Die Geschäfte mit dem Büro Scheuch hätten im Jahr 2007 begonnen, als Berger Prokurist der "Regionalmedien" war, später schied er bei dem Unternehmen aus und gründete eine Werbeagentur. Das "Geschäftsmodell" sei auch bei der Agentur bis ins Jahr 2009 fortgesetzt worden.
Nur Scheuch-Büro betroffen
Das Modell mit den überhöhten Rechnungen und dem Bezahlen von Scheinrechnungen sei ausschließlich mit dem Büro Scheuch durchgeführt worden. Anderes Regierungsmitglied sei keines betroffen, so Berger. Aufgeflogen war der Fall nach einer Anzeige im Herbst 2012. "Ich bin nun froh aufzuzeigen, was in diesem Bundesland alles passiert ist", sagte Berger, der mit den Ermittlungsbehörden nach eigenen Angaben kooperiert.
Der betroffene Mitarbeiter war am Mittwoch nicht erreichbar. Auch sein Anwalt Gunther Huainigg wollte vorerst keine Stellungnahme abgeben. Die WKStA hatte in der Causa am Dienstag mehrere Hausdurchsuchungen vorgenommen. Auf der Suche nach Unterlagen aus dem Büro Scheuchs statteten die Ermittler unter anderem dem Amt der Kärntner Landesregierung einen Besuch ab.
(APA)