Ein Darlehen und der Kaufpreis für Schlecker Österreich sind nach wie vor offen. Die Grünen hinterfragen den Doktortitel des Schlecker-Eigentümers.
Nicht nur Lieferanten, Vermieter und Mitarbeiter warten bei der maroden Drogeriemarktkette dayli ungeduldig auf ihr Geld, auch der Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hat noch Forderungen in der Höhe von 4,6 Millionen offen, bestätigten Firmenkreise einen "Standard"-Bericht (Donnerstagausgabe). Auch Geiwitz-Sprecher Patrick Hacker erklärte, dass noch "mehrere Raten" offen seien, aber zwei Raten von der Schlecker-Nachfolgegesellschaft dayli termingerecht bezahlt wurden.
Der offene Betrag setzt sich aus einem noch an Schlecker Österreich gewährtem Darlehen und dem Kaufpreis zusammen. Die ausstehende Forderung soll laut dayli-Kreisen mit Immobilien besichert seien.
"Chance für Beschäftigte"
KSV-Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner, der den Konkursantrag vorbereitet hat, sieht für die dayli-Beschäftigten eine "seriöse Chance, wenn das Unternehmen rasch in die Hände von bewährten Insolvenzpraktikern kommt", sagte er im Ö1-Morgenjournal. Je früher ein notwendiges Insolvenzverfahren beantragt werde, desto besser seien die Chancen, ein Unternehmen in Teilen erhalten zu können. Aus seiner Sicht könnte ein Teil der Filialen weitergeführt werden, da nicht alle Standorte schlecht seien.
Der Standortberater RegioPlan hält nur rund ein Drittel der 780 dayli-Standorte in Österreich für den Handel für interessant. "Wenn es geschlossen werden muss, ist das tatsächlich bitter für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen,", so Kantner. Viele Geschäfte seien in kleinen, zum Teil abgelegenen Ortschaften.
Doktortitel von unbekannter Uni?
Erneut im Fokus ist der Doktortitel von Unternehmenschef Rudolf Haberleitner. Bereits im Jahr 2001 hatten die Grünen in einer parlamentarischen Anfrage an die damalige Infrastrukturministerin Monika Forstinger nach der Herkunft seines akademischen Titels gefragt. Er führe "erst seit relativ kurzer Zeit den akademischen Grad 'Doktor'. Dieser Titel wurde nicht an einer inländischen Universität erworben; der Name der ausländischen Uni wird nicht preisgegeben", hieß es damals. Die Grünen hatten sich auf Haberleitner eingeschossen, weil er damals als Konsulent der Gesellschaft des Bundes für industriepolitische Maßnahmen (GIB) 30.000 Schilling (2180 Euro) Honorar pro Tag erhielt.
Nun hat sich auch "Plagiatsjäger" Stefan Weber dem Thema angenommen. Weber zweifelt im Gespräch mit dem "WirtschaftsBlatt" (Donnerstag) die Echtheit des akademischen Titels an. Haberleitner will nun rechtlich gegen Weber vorgehen.
(APA)