1,42 Millionen Euro zu viel sind von der Burghauptmannschaft Österreich laut RH bei der Projektabwicklung ausgegeben worden.
"Kein Kommentar", sagte Burghauptmann Wolfgang Beer am Donnerstag der "Presse" zur Kritik des Rechnungshofes, dessen Prüfer "vielschichtige Mängel" in der Wahrnehmung der Bauherrenpflicht bei der Erweiterung und Sanierung der Albertina festgestellt haben. Im dem am Donnerstag veröffentlichten Tätigkeitsbericht des RH wird kritisiert, dass bei der Projektabwicklung, die durch zusätzliche Wünsche der Albertina beeinflusst wurde, ein Einsparungspotenzial von 1,42 Millionen Euro nicht genutzt wurde.
"Wir werden Stellung nehmen und dann sehen, wie der Endbericht aussieht", gab sich Beer zugeknöpft. Auch in der Albertina, dem Hauptnutzer des Baus, war man zurückhaltend. Der Bericht sei alleinige Angelegenheit der Burghauptmannschaft. Die größte Grafiksammlung der Welt, die 2003 nach Jahren der Schließung und einer rund 52 Millionen € teuren Sanierung in neuem Glanz eröffnet wurde, ist in dem Gebäude nur Mieter. Die Burghauptmannschaft hat gegenüber der Albertina sogar Forderungen. Dort wurden für 480.000 €, die eventuell für offene Kostenbeiträge zu erbringen sind, Rücklagen geparkt.
Der Hauptpunkt der Kritik des Rechnungshofes richtete sich gegen zu hohe Honorare für Zivilingenieure. Für deren Leistungen seien 850.000 € zu viel gezahlt worden. Man habe Abzüge, zu denen man berechtigt gewesen sei, nicht in Anspruch genommen. Auch seien die Ausschreibungsunterlagen mangelhaft gewesen, dadurch hätten sich die Baukosten gegenüber dem Angebot um 946.000 € erhöht. Weitere ungerechtfertigte oder überhöhte Forderungen hätten 349.000 € gekostet. Beim Neubau des Studiengebäudes und des Tiefspeichers wurde ein Einsparungspotenzial von 90.000 € nicht genutzt. Beim Vergabeverfahren habe es ebenfalls Mängel gegeben, formale wie inhaltliche - es fehle die Dokumentation der Angebotseröffnungen. Die Burghauptmannschaft hätte laut RH viele Bauherrnaufgaben effektiver wahrnehmen müssen.
Im Wirtschaftsministerium und in der Burghauptmannschaft bemüht man sich nun um Schadensbegrenzung. Man habe bereits Rückzahlungen von 91.700 € erreicht. Über weitere Rückzahlungen werde noch verhandelt.