2013 werden die Insolvenzen in der Eurozone um 21% steigen, bevor sie 2014 wieder moderat zurückgehen. Österreichs Wirtschaft hat sich abgeschwächt.
Unternehmenskrisen sind die unmittelbaren Folgen der europäischen Wirtschaftskrise, so der Befund aktuellen Insolvenzprognose 2013/2014 der PRISMA Kreditversicherung und Euler Hermes. Der Rückgang der weltweiten Unternehmenspleiten in den Jahren 2010-2011 erwies sich als kurzlebig. Schon 2012 (+1 Prozent) waren sie wieder da.
Weltweit sind zwei widersprüchliche Trends zu beobachten: "In ganz Amerika und Asien sinken die Insolvenzen um je 5 Prozent, während wir in Europa einen unerwartet massiven Anstieg von 16 Prozent verzeichnen", erläutert Ludwig Mertes, Vorstand der PRISMA Kreditversicherung. "Ich gehe davon aus, dass sich die Insolvenzdynamik noch weiter verstärken kann. Für die Eurozone erwarten wir bis Jahresende derzeit ein Plus von 21 Prozent, für 2014 immer noch eine Steigerung von 7 Prozent. Global gesehen rechnen wir mit 8 Prozent für 2013 und mit 2 Prozent für 2014."
Derzeit bestätigt sich die sehr enge Korrelation von Konjunkturzyklus und Insolvenzentwicklung. "Grundsätzlich ist ein BIP-Wachstum in einer Volkswirtschaft von 2-3 Prozent erforderlich, um einen Insolvenzanstieg zu verhindern. Ein Rückgang des BIP-Wachstums um einen Prozentpunkt kann einen Insolvenzanstieg um bis zu 10 Prozent bedeuten," so Ludwig Mertes. "Besonders schwierig sind die Aussichten im Einzelhandel, Möbelhandel, in der Unterhaltungselektronik, der Autoindustrie und im Bereich Commodities. Die ohnedies immer schwierige Lage in der Bauwirtschaft hat mit dem Alpine-Debakel in Österreich einen neuen Negativrekord eingeläutet."
Wieder mehr Konkurse
Die österreichische Wirtschaft hat sich markant abgeschwächt. Dem privaten Konsum fehlt es an Kraft, obwohl er sich angesichts des drastischen Exporteinbruchs, vor allem in Südeuropa, und nachlassender Investitionen noch als relativ robust erweist. Insgesamt kam es 2012 zu einem spürbaren Anstieg der Konkursfälle (+2,9 Prozent). Dieser Anstieg könnte anhalten, weil die Konjunktur nach dem schwierigen ersten Quartal 2013 einfach nicht in Schwung kommen will. Das BIP wird heuer voraussichtlich nur wenig zulegen (+0,4 Prozent), bevor es 2014 hoffentlich wieder anspringt (+1,4 Prozent). Dazu muss sich allerdings die Auslandsnachfrage schrittweise erholen.
(APA)