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Virenbefall: US-Behörde zerstört PC, TVs und Kameras

Virenbefall USBehoerde zerstoert Kameras
Symbolbild(c) REUTERS (© Samantha Sais / Reuters)

In einer Abteilung des US-Handelsministeriums sorgten zwei virenverseuchte PC für Gesamtkosten von 2,7 Millionen Dollar. Kein Einzelfall.

Es ist nur einige Wochen her, dass das deutsche Bildungsministerium mit einer seltsamen IT-Strategie auffiel. Im Netzwerk hatte sich ein bekannter Virus verbreitet und statt diesen entfernen zu lassen, wurden kurzerhand alle 170 Computer verschrottet. Der Bericht des Landesrechnungshofs Mecklenburg-Vorpommern sorgte damals für reichlich Häme. Jetzt zeigt das US-Handelsministerium, dass sich diese Aktion an Merkwürdigkeit locker überbieten lässt. Was mit zwei virenverseuchten Computern in einer Abteilung des Ministeriums begann, endete in einer Panikreaktion, die in einem Bericht mit stolzen 2,7 Millionen Dollar beziffert wird.

Angst vor großer Hackerattacke


Im Dezember 2011 wurde das US-Handelsministerium von der Heimatschutzbehörde über einen Virenbefall in ihrem Netzwerk informiert. Betroffen waren Computer in der Wetterbehörde NOOA und der "Economic Development Administration". Die NOOA ließ die betroffenen Geräte von IT-Experten reinigen. Die EDA aber hatte offenbar Angst, Opfer einer großen Hackerattacke zu werden und wandte sich an verschiedene Sicherheitsfirmen und -Behörden - darunter auch die NSA.

Zwei EDA-Computer waren betroffen. Dennoch entschied die Abteilung sicherheitshalber alle Geräte im Wert von insgesamt 175.000 Dollar zu verschrotten. Nicht nur Computer, wie aus dem Abschlussbericht der Behörde hervorgeht. Auch Tastaturen, Mäuse, Kameras und Fernseher wurden sicherheitshalber zerstört. Die Gesamtkosten der Aktion übersteigen 2,7 Millionen Dollar. Aufgehört hat die Behörde erst, als ihr das Geld ausging.

(Red.)