Ohne USA steht halb Europa

Europas rüstungstechnisches Vorzeigeprodukt funktioniert nur mithilfe der USA.

Der Eurofighter ist zurück. Weniger in der Luft, da ist er eher selten anzutreffen. Der Betrieb, wir wissen es, kostet viel. Zu viel für das Bundesheer vielleicht, aber das führt zu einer anderen Front. Der Eurofighter ist wieder einmal im Wahlkampf gelandet. Diesmal sind es Berichte aus Deutschland, wonach der Jet Probleme macht, die in Wien gewissen Erklärungsaufwand provozieren. Da taucht wieder das „Detail“ auf, dass in Zeltweg zwei US-Bürger in gewissen Abständen die Freigabe für verschlüsselten Funkverkehr der Eurofighterpiloten und exakte GPS-Daten geben müssen.

Ein europäisches Konsortium hat später und teurer als geplant mit dem Eurofighter ein industriepolitisches und rüstungstechnisches Vorzeigeprodukt produziert. Doch, die Jets können ohne Hilfe der USA fliegen. Aber ohne die Codes der USA wäre ein Einsatz im Ernstfall mit großen Problemen verbunden. Europa ist den USA eben nicht nur wirtschaftlich, sondern auch technologisch meilenweit hinterher. Europa, das sich wichtig wähnt, hängt oft an der Nabelschnur der USA. Mitleid ist unangebracht.

dietmar.neuwirth@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.07.2013)

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