Black Betty tanzt nicht auf jedem Kirtag. Dafür ist sie mit einem Ab-Hof-Preis von 13,50 Euro viel zu anspruchsvoll.
„Es ist eine Sie“, sagt Johanna Landauer-Gisperg. „Sie“ ist wild, üppig und absolut sinnlich. Black Betty nennt das Weingut aus Tattendorf in der Thermenregion sein jüngstes Kind. Es ist ein wirklich lässiger Rotwein. Freches Outfit. Und die Winzerin, die normalerweise für filigrane Pinot Noirs und burgundische Weißweine steht, scheut sich auch gar nicht, ihre Black Betty als Partywein zu bezeichnen.
Und das ist ja auch nicht despektierlich gemeint. Denn Black Betty tanzt nicht auf jedem Kirtag. Dafür ist sie mit einem Ab-Hof-Preis von 13,50 Euro viel zu anspruchsvoll. In ihr stecken die Sorten Roesler, Rathay und St. Laurent. Die beiden Ersten sorgen für die dunkle Farbe, von der sich auch der Name herleitet. Roesler und Rathay sind relativ junge Züchtungen, die sich aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit gut für Bioweingüter wie Landauer-Gesperg eignen.
Black Betty mag es gern kühl. Leicht temperieren im Kühlschrank, aufschrauben und einfach trinken. Süffig, mollig, schöne Beerenfrucht. Nichts für Weinpuristen. Aber allemal guter Wein. Der auch bei Temperaturen jenseits der 30 Grad ganz gut zu jenem Fleisch auf dem Grillrost passt, das nach feistem Rotwein schreit.
Fazit: Black Betty ist spannend, nicht kompliziert und trotzdem eine Sie.
Winzerhof Landauer-Gisperg, www.winzerhof.eu:
Black Betty kostet 13,50 Euro ab Hof.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.07.2013)