Sailor & I: Lied für die innere Kälte

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„Sailor & I ist eine Metapher für zwei Seelen in einer Person, die gegeneinander kämpfen“, erklärt der schwedische Produzent Alexander Sjodin, der hinter dieser Band steht.

„Tough Love“. Ob aus Schweden oder dem Rest der Welt: Wenn ein Popsong durch Geigen dominiert wird, signalisiert das oft, dass von großen Gefühlen die Rede ist. Das stimmt auch hier: Es ist von großen Gefühlen die Rede, aber solchen, die vorbei sind. „Tough Love“ ist ein euphemistischer Titel: Hier konstatiert ein Mann mit seltsam aufgekratzter, noch dazu verdoppelter Kopfstimme, zu beharrlichen Geigen-Arpeggien, dass seine Liebe vorbei ist.

„I can't remember the last time you made me feel safe; there's no room for love, no time for understanding.“ Und es wird nicht besser. Fast verwundert singt er: „I never thought I'd become so cold inside.“ Worauf der Rhythmus stockt, als fröre die genannte Kälte ihn ein. Aber er geht weiter und weiter, dieser Abgesang, begleitet von kleinen, manierierten Explosionen, die nichts mehr mit klopfenden Herzen zu tun haben. Oder doch? Am Ende bleibt ein reiner Geigenton allein: Ruhe.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.07.2013)

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