Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn versucht sein Glück in Russland. International sorgte der Politiker zuletzt vor allem mit Sexaffären für Aufregung.
Moskau/Reuters/Tt. Rosneft, der größte Ölproduzent der Welt, holt den ehemaligen IWF-Chef, Dominique Strauss-Kahn, an Bord. Der 64-Jährige soll als Aufsichtsratsmitglied der Tochtergesellschaft Russian Regional Development Bank fungieren. Von November 2007 bis Mai 2011 hatte Strauss-Kahn den Posten des geschäftsführenden Direktors des Internationalen Währungsfonds IWF inne.
Weltweites Aufsehen erregte der Politiker aber vor allem durch diverse Sexaffären. So wurde 2011 wegen „bandenmäßiger Zuhälterei“ gegen Strauss-Kahn ermittelt. Er soll illegale Sexpartys mit Prostituierten in Paris, Brüssel und Washington im Beisein von ranghohen Polizisten und Geschäftsleuten gefeiert haben– auf Firmenkosten. Zwar bestritt Strauss-Kahn die Teilnahme in den Jahren 2009, 2010 und 2011 nicht. Allerdings will er nicht gewusst haben, dass es sich bei den anwesenden Damen um Prostituierte handelte. Auch Firmengelder sollen nicht verwendet worden sein. Nach einem zweitägigen Verhörmarathon wurde die Anklage fallen gelassen.
Neue Anschuldigungen ließen aber nicht lange auf sich warten. So beschuldigte ein New Yorker Zimmermädchen Strauss-Kahn der Vergewaltigung. Der Politiker wehrte sich vehement gegen die Vorwürfe. Er gab zu Protokoll, dass der Sex einvernehmlich stattgefunden habe.
Trotz der Einigung vor dem Zivilgericht kostete der Zwischenfall Strauss-Kahn sowohl seinen Posten als IWF-Chef als auch die Hoffnung auf die bevorstehende Präsidentschaftskandidatur für die französischen Sozialisten.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.07.2013)