Marktvorschau. Eine gestiegene Inflation stärker lässt die Börsianer abwarten - Bernanke-Rede am Mittwoch im Fokus.
New York. Die US-Börsen werden am Dienstag zu Handelsbeginn nahezu unverändert erwartet. Grund dafür sind unter anderem Inflationszahlen. In den USA hat sich der Preisauftrieb überraschend stark beschleunigt. Die Jahresinflationsrate stieg im Juni von 1,4 Prozent im Vormonat auf 1,8 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium in Washington mitteilte.
Bankvolkswirte hatten nur einen Anstieg auf 1,6 Prozent erwartet. Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise im Juni um 0,5 Prozent und damit ebenfalls stärker als erwartet. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Lebensmittel) lag im Jahresvergleich bei 1,6 Prozent.
Der Future auf den Dow Jones Industrial stand rund eine halbe Stunde vor dem Handelsstart 0,02 Prozent höher. Beim Nasdaq 100 signalisierte der entsprechende Indikator eine 0,12 Prozent höhere Eröffnung.
Die Anleger dürften sich, ähnlich wie auf den europäischen Leitbörsen, heute etwas ruhiger verhalten. Nun rücke zunehmend die Rede des US-Notenbankchefs Ben Bernanke vor dem Repräsentantenhaus am Mittwoch in den Blick, sagte ein Börsianer. Daher erwartet er auch morgen noch eine größere Zurückhaltung der Anleger am Aktienmarkt.
Gemischte Reaktionen verursachten am heutigen Dienstag schon vorbörslich wichtige Unternehmenszahlen. So hat etwa Goldman Sachs dank klarer Zuwächse im Investmentbanking im zweiten Quartal 2013 prächtig verdient. Der Überschuss verdoppelte sich auf 1,86 Mrd. Dollar (1,4 Mrd. Euro). Damit wurden die Analystenerwartungen klar übertroffen. Auch bei den Einnahmen in Höhe von 8,61 Mrd. Dollar schnitt das US-amerikanische Geldhaus überraschend gut ab. Goldman-Aktien stiegen daraufhin vor Börsenbeginn in den USA um 1,5 Prozent.
Dem US-Getränkekonzern Coca-Cola haben das ungewöhnlich nasskalte Wetter im Frühjahr aber auch das schwierige wirtschaftliche Umfeld in vielen Teilen der Welt das Geschäft im zweiten Quartal erschwert. Der Getränkeabsatz sei schwächer als erwartet ausgefallen, teilte das Unternehmen mit. Dennoch schaffte Coca-Cola beim Gewinn je Aktie eine Punktlandung. Bereinigt um Sonderfaktoren verbesserte sich dieser auf 0,63 Dollar. Analysten hatten auch mit diesem Wert gerechnet.
Der US-Konsumgüter und Medizintechnikkonzern Johnson & Johnson hat bei Umsatz und Gewinn deutlich zugelegt und blickt nun etwas optimistischer auf das laufende Geschäftsjahr. Wie der Konzern mitteilte, legte der Umsatz im zweiten Quartal um 8,5 Prozent auf 17,88 Milliarden US-Dollar zu. Dazu beigetragen haben neben guten Geschäften mit Medikamenten auch der Zukauf des Schweizer Medizintechnikunternehmens Synthes im vergangenen Jahr. Mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,48 Dollar übertraf der Konzern die Erwartungen der Experten im zweiten Quartal klar.
Nach Börsenschluss am Dienstag will zudem noch der Internet-Pionier Yahoo Zahlen vorlegen. Dann dürfte sich ansatzweise abzeichnen, ob der Umbau des Konzerns unter Chefin Marissa Meyer langsam Früchte trägt.
(APA/dpa-AFX)