Marktbericht. Die Anleger bleiben vor der Rede Ben Bernankes in Deckung, die Abschläge in den Leitindizes halten sich jedoch in engen Grenzen.
New York. Gegen 19.15 Uhr notierte der Dow Jones mit einem moderaten Minus von 59,47 Zählern oder 0,38 Prozent bei 15.424,79 Punkten. Der S&P-500 Index gab 9,84 Punkte oder 0,58 Prozent auf 1.672,66 Zähler ab. Der Nasdaq Composite Index fiel um 14,88 Zähler oder 0,41 Prozent auf 3.592,61 Einheiten.
Im Vorfeld zur Rede des Chefs der US-Notenbank Fed, Ben Bernanke, vor dem US-Repräsentantenhaus am morgigen Mittwoch dürften sich die Anleger verstärkt zurückhalten, hieß es aus Händlerkreisen. Investoren erhoffen sich Aussagen über das weitere Vorgehen der Fed mit Blick auf eine mögliche Drosselung der ultralockeren US-Geldpolitik.
Die heute veröffentlichten Konjunkturdaten konnten vor diesem Hintergrund keine nennenswerten Impulse liefern. Die US-Industrieproduktion ist im Juni wie erwartet um 0,3 Prozent zum Vormonat gestiegen. Dagegen ist die Kapazitätsauslastung der US-Industrie für denselben Zeitraum überraschend von revidiert 77,7 (zunächst 77,6) Prozent im Vormonat auf 77,8 Prozent nach oben geklettert. Volkswirte hatten mit einer Stagnation der Auslastung gerechnet.
Auf der Agenda standen überdies Inflationszahlen. Die Jahresinflationsrate ist im Juni von 1,4 Prozent im Vormonat auf 1,8 Prozent gestiegen, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Bankvolkswirte hatten nur einen Anstieg auf 1,6 Prozent erwartet.
In den Fokus rückten verstärkt neue Unternehmenszahlen. So hat Goldman Sachs dank klarer Zuwächse im Investmentbanking im zweiten Quartal 2013 prächtig verdient. Der Überschuss verdoppelte sich auf 1,86 Mrd. Dollar. Damit wurden die Analystenerwartungen klar übertroffen. Die Aktien fielen dennoch um 1,82 Prozent auf 160,03 Dollar.
Eine solide Bilanz legte auch Johnson & Johnson vor. Der US-Konsumgüter und Medizintechnikkonzern konnte beim Umsatz und Gewinn deutlich zulegen und blickt nun etwas optimistischer auf das laufende Geschäftsjahr. Mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,48 Dollar übertraf der Konzern klar die Erwartungen der Experten. Die Papiere konnten im Verlauf ein hauchdünnes Plus von 0,01 Prozent auf 90,41 Dollar verzeichnen.
Weniger positiv verlief das zweite Quartal jedoch für Coca Cola. Dem US-Getränkehersteller haben das ungewöhnlich nasskalte Wetter im Frühjahr aber auch das schwierige wirtschaftliche Umfeld in vielen Teilen der Welt das Geschäft erschwert. Der Getränkeabsatz sei schwächer als erwartet ausgefallen, hieß es von Unternehmensseite. Coca Cola verloren 1,40 Prozent auf 40,44 Dollar und notierten damit am Ende des Dow Jones.
Abseits der Berichtssaison gab es neue Nachrichten von McDonald's (plus 0,21 Prozent auf 100,96 Dollar). Die US-Fastfood-Kette will im kommenden Jahr ihre erste Filiale in Vietnam eröffnen. Die Konzession für den Aufbau der Schnellrestaurants in dem kommunistischen Land erhielt der Schwiegersohn von Ministerpräsident Nguyen Tan Dung, Henry Nguyen, teilte das Unternehmen mit. Das erste Restaurant soll in der südlichen Wirtschaftsmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt entstehen.
Nach der Schlussglocke stehen noch die Zahlen von Yahoo an. Dann dürfte sich ansatzweise abzeichnen, ob der Umbau des Internet-Pioniers unter Chefin Marissa Meyer langsam Früchte trägt. Im Vorfeld tendierten die Titel noch um 0,99 Prozent leichter bei 27,07 Dollar.
(APA/dpa-AFX)