Rajat Gupta soll Geheimnisse aus Sitzungen von Goldman Sachs teils schon Minuten später an einen befreundeten Hedgefonds-Manager weitergegeben haben.
Die US-Börsenaufsicht SEC hat eine hohe Geldstrafe gegen einen der prominentesten Insiderhändler der Wall Street erwirkt. Ein Gericht in New York verurteilte Rajat Gupta am Mittwoch zur Zahlung von 13,9 Mio. Dollar (10,6 Mio. Euro), weil er Firmengeheimnisse verraten habe. Zudem wurde ihm verboten, jemals wieder in gehobenen Positionen in börsennotierten Unternehmen zu arbeiten.
Gupta stand zehn Jahre an der Spitze der Unternehmensberatung McKinsey. Seine exzellenten Kontakte brachten ihm Posten in den Verwaltungsräten des Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble und der Investmentbank Goldman Sachs ein. Zum Verhängnis wurde ihm letztlich seine Männerfreundschaft zum Galleon-Hedgefonds-Manager Raj Rajaratnam. Gupta gab Geheimnisse aus geschlossenen Sitzungen der Firmengremien teils schon Minuten später an Rajaratnam weiter. In den Gesprächen der Männer soll es um eine Milliarden-Investition in Goldman Sachs und um nicht-öffentliche Details aus den Geschäftszahlen der Bank des Jahres 2008 gegangen sein.
Bereits zu zwei Jahren verurteilt
Ein Gericht hatte Gupta im Oktober in einem Strafprozess zu zwei Jahren Gefängnis und einer Strafe von 5 Mio. Dollar verurteilt. Er legte Berufung ein, über die noch nicht entschieden wurde. Derzeit befindet sich Gupta gegen Kaution auf freiem Fuß.
Der jetzige Richterspruch erging in einem parallel laufenden Zivilverfahren, dass die SEC angestoßen hatte. Drahtzieher Rajaratnam war bereits 2011 zu elf Jahren Gefängnis und hohen Geldstrafen verurteilt worden.
(APA/dpa/AFP)