„Was bestellt wird, muss auch bezahlt werden“

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Café Mozart-Chefin Andrea Winkler erklärt, warum sie für Leitungswasser künftig Geld verlangt.

Die Presse: In den Cafés Ihrer Familie – Landtmann, Mozart und Museum – kosten 0,5 Liter Leitungswasser seit Montag 2,50 Euro. Warum gerade jetzt?

Andrea Winkler: Im Juni haben wir mehr Wasser verschenkt als alkoholfreie Getränke verkauft. Das können wir uns nicht mehr leisten. Das Glas Wasser zum Kaffee, zur heißen Schokolade oder für eine Kopfwehtablette bleibt gratis, aber was als Getränk bestellt wird, muss auch bezahlt werden.

Wir reagieren Ihre Gäste darauf?

Im Landtmann gab es drei, vier schriftliche Beschwerden, das ist nicht viel. Für internationale Gäste ist das ohnehin kein Thema. Von den Wiener Gästen verzichten seither 50 Prozent auf das Wasser, 48 Prozent sehen es ein. Die restlichen zwei Prozent sind erstaunt und fragen nach, verstehen es dann aber.

Was kostet ein kleines Glas Wasser?

Wir bieten nur 0,5 Liter an.

Und Wasser für den Hund?

Das bleibt kostenlos.

Haben Sie Angst, Gäste zu vergrämen?

Ich hoffe nicht, dass das passiert. Falls doch, tut es mir leid. Wir müssen an die Zukunft denken.

Darf man in Ihren Cafés die Toilette besuchen, ohne etwas zu konsumieren?

Natürlich. Unsere Toilette benutzen täglich 300 bis 500 Leute, die keine Kunden sind. kb

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.07.2013)

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Subtext

Die Stadt, in der man Ihnen umsonst reines Wasser einschenkt...

Natürlich ist das Glas Wasser nie wirklich gratis. Aber wenn es nicht verrechnet wird, erinnert das an eine Welt, in der nicht alles seinen Preis hat. Wien könnte damit werben.

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