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Minenbetreiber könnten Goldpreis weiter drücken

Gold alloy bars are seen at Altyntau gold mine extraction factory outside northern Kazakhstan's town of Kokshetau
REUTERS

Der fallende Goldpreis macht den Goldunternehmen zu schaffen. Viele sichern sich nun gegen weitere Verluste ab– was dem Preis zusetzen könnte.

Frankfurt/Bloomberg/Red. Wer vor einem Jahr in Goldminenaktien investiert hat, hat im Schnitt mehr als 40 Prozent seines Vermögens verloren. Die Papiere der Minenbetreiber fielen damit noch stärker als der Goldpreis (minus 18 Prozent). Ursache ist, dass die Kosten für die Förderung gestiegen sind, der Goldpreis in vielen Fällen aber kaum noch darüber liegt.

Die Minenbetreiber kehren nun zur früher geübten Praxis des Absicherns durch Terminverkäufe zurück. In den vergangenen Jahren haben Investoren und Produzenten das sogenannte „Hedging“ wegen der hohen Kosten gemieden. „Doch wir können nicht einfach den Kopf in den Sand stecken und beten, dass der Goldpreis wieder steigt“, sagt Gavin Thomas, Vorstandschef der in Sydney ansässigen Kingsgate Consolidated, die die größte Goldmine Thailands betreibt. Trotz des Widerstands der Investoren erwägt er die Absicherung seiner Goldproduktion über Terminverkäufe. „Hedging ist eine Aussage zum Goldpreis. Wenn ich glaube, dass der Preis steigt, betreibe ich kein Hedging, ich betreibe nur Hedging, wenn ich an einen Abwärtstrend glaube“, sagte er.

Russlands zweitgrößter Goldproduzent Petropavlovsk und die australische OceanaGold haben mit der Absicherung über Terminverkäufe begonnen, und Broker wie Société Générale rechnen damit, dass weitere Firmen ihre Produktion ebenfalls absichern. Doch Terminverkäufe könnten den Abwärtstrend beim Goldpreis weiter fördern, warnt die Bank Julius Bär. „Je mehr Absicherungsgeschäfte durchgeführt werden, desto stärker sind die negativen Auswirkungen auf den Preis, weil praktisch ein Strom von Gold auf den Markt fließt“, erklärt Tyler Broda, Analyst bei Nomura International London.

Beim Hedging verkaufen Goldproduzenten ihre künftige Produktion zum Fixpreis. In den vergangenen zehn Jahren, als Gold eine Rallye hinlegte, verlor die Strategie an Bedeutung. Die Investoren übten Druck auf die Produzenten aus, ihre Terminverkäufe aufzulösen. AngloGold Ashanti investierte 2010 2,6 Mrd. Dollar in die Auflösung seiner Terminverkäufe, beim Branchenprimus Barrick Gold fielen im dritten Quartal 2009 5,6 Mrd. Dollar dafür an.

>>> Gold-Blog von Nikolaus Jilch

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.07.2013)

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