Vettel: In Budapest fahren, von Spielberg schwärmen

Budapest fahren Spielberg schwaermen
Budapest fahren Spielberg schwaermen(c) GEPA pictures/ Christian Walgram
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Sebastian Vettel gilt auch für den GP von Budapest als Favorit. Der Dreifach-Champion freut sich auch auf Spielberg. Bernie Ecclestone outet sich als Österreich-Fan.

Budapest/Fin. Der Grand Prix von Budapest galt seit vielen Jahren in gewisser Weise auch als „heimlicher“ Heim-GP von Österreich. Jährlich pilgerten tausende Fans über die A4 und über die Grenze nach Ungarn. Dieses Rennen wurde als „Ersatz“ für die verlorene Formel-1-Präsenz angesehen. Seit Dienstag ist alles anders, 2014 wird Spielberg in den Rennkalender zurückkehren. Und trotzdem, in Budapest wartet am Wochenende das nächste Rennen der laufenden WM-Saison. Diesmal fährt, aus rot-weiß-roter Sicht, weniger Nostalgie in den Cockpits mit.

In Ungarn wartet am Sonntag eine „Hitzeschlacht“. 38 Grad wurden vorhergesagt, es ist zugleich eine Bewährungsprobe für die neuen Pirelli-Reifen. Auf der Strecke hingegen ist alles beim Alten: Weltmeister Sebastian Vettel wird alles daransetzen, um seine WM-Führung weiter auszubauen.

34 Punkte liegt Vettel zur Saisonhalbzeit vor seinem ersten Verfolger Fernando Alonso (Ferrari). Einen Umsturz der Hackordnung befürchtet er durch die adaptierten Pirelli-Pneus, die vergangene Woche in Silverstone getestet worden sind, nicht. „Allzu groß ist der Unterschied nicht“, sagt der Red-Bull-Pilot. „Aber wir werden sehen, wie die 2012er-Reifen auf die langen Kurven und die Hitze reagieren.“

Das leidige Reifenthema

Die ersten Trainingsrunden würden Aufschlüsse über die neuen Gummimischungen zulassen, doch die schnellen Veränderungen der Beläge gilt es richtig für das Rennen am Sonntag zu deuten. „Dadurch kann man sich am Freitag schnell auf die Reifenänderungen einstellen“, erklärt etwa Alexander Wurz. Es bleibt also beim Alten: Die Reifen und das Tempo der Mechaniker beim Boxenstopp sowie die richtige Taktik küren den Sieger.

Pirelli hatte sich nach mehreren gefährlichen Reifenplatzern Ende Juni in Silverstone entschieden, zur Struktur des Vorjahres zurückzukehren. Diese könnte laut Experteneinschätzung Ferrari und Lotus zugutekommen, weil deren Autos durch den kontrollierteren Abbau verschiedene Strategien ermöglichen – etwa einen Boxenstopp weniger oder mehr Runden auf der schnelleren, weicheren Mischung. Dazu kommt die vom Automobilweltverband (FIA) aus Sicherheitsgründen von 100 auf 80 km/h reduzierte Geschwindigkeitsbeschränkung in der Box. Eine Durchfahrt dauert dadurch in Ungarn etwa vier Sekunden länger. Diese Maßnahme wurde notwendig, nachdem ein Kameramann von einem davonfliegenden Reifen in der Boxenstraße verletzt wurde.

Buchmacher sehen Vettel deshalb auch im Vorteil, weil der Deutsche über die beste „Hintermannschaft“ verfügt. Dabei hat der Dreifachweltmeister noch nie auf dem Hungaroring gewonnen. Zweiter weißer Fleck auf seiner F-1-Landkarte ist nur noch der neue Kurs in Austin, Texas. „Ich würde nicht von einem Fluch sprechen, ich war dort schon zweimal auf dem Podest“, sagt Vettel. „Wir fahren nach Ungarn, um das Maximum herauszuholen.“

Damit wären Ziele und Wünsche geklärt und auch Vettel kam nicht umhin, die Entwicklungen rund um den Österreich-GP zu kommentieren. Mit Österreich habe er nur gute Erfahrungen gemacht, vor allem der Auftritt in Graz nach dem Gewinn des dritten Titels habe ihm besonders imponiert.

Mit dem Red Bull Ring erhält der Titelverteidiger ab 2014 nicht nur eine weitere Aufgabe, sondern „auch einen weiteren Heim-Grand-Prix“ – einen dritten neben dem seines Teams, das unweit von Silverstone beheimatet ist, und seinem eigentlichen in Deutschland.

„Österreich ist kein Risiko“

Die professionelle Arbeit des Red-Bull-Teams war auch einer der Anlässe, warum Bernie Ecclestone letztendlich den Verhandlungen mit Dietrich Mateschitz zugestimmt hatte. „Ich bin überzeugt, dass es einen guten Grand Prix organisieren wird“, wird der Brite in der „Kleinen Zeitung“ zitiert. Die Rückkehr nach elf Jahren Pause ist für den 6. Juli 2014 angesetzt. „Schauen Sie, es ist alles so professionell, qualitativ derartig hochwertig“, selbst die zuvor noch angeprangerte Hotelsituation stelle nun kein Problem mehr für ihn dar.

„Österreich ist ja kein Neuland, daher auch kein Risiko. Wir haben in Österreich immer fantastische Wochenenden verbracht.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.07.2013)

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