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NR-Wahl: Team Stronach für Koalition mit ÖVP und Grünen

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Team-Stronach-Klubobmann Lugar(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
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Die junge Partei will eine Mehrheit abseits von Rot und Schwarz, sagt Klubchef Lugar. Doch die Grünen wehren ab: "Momentan erfüllt das Team Stronach den Tatbestand einer politischen Sekte."

Das Team Stronach steht für eine Koalition mit ÖVP und den Grünen zur Verfügung. Das kündigte Klubchef Robert Lugar am Donnerstag gegenüber dem „Kurier" an. Anlass für das Koalitionsangebot ist die momentane Annäherung von Schwarz und Grün. Denn laut Umfragen fehlen dem Duo für eine Mehrheit im Parlament zehn Prozent - so viel werden dem Team Stronach derzeit prognostiziert.

Allzu wählerisch, was Zusammenarbeiten angeht, scheint die junge Partei nicht zu sein. „Unser Ziel ist eine Mehrheit abseits von Rot und Schwarz. Sollten sich hier Mehrheiten ergeben, würden wir aktiv an einer Koalition mitwirken", hielt Lugar fest. Auch Rot-Grün-Stronach sei demnach eine Option, wenn man sich auf ein großes Reformpaket einige. „Ich gehe aber davon aus, dass die ÖVP eher bereit ist, sich zu bewegen, als die SPÖ."

Für eine Zusammenarbeit müsste die Volkspartei aber vor allem beim Lehrerdienstrecht einen Kurswechsel an den Tag lehnen, fordert Lugar: „Die ÖVP muss mehr Reformeifer an den Tag legen, dann ist eine Kooperation denkbar." Weniger Probleme sieht er mit den Grünen. Hier gebe es eine gute Gesprächsbasis „und bei Themen wie Energiewende und Ausbau der Erneuerbaren Energie stehen wir auf der Seite der Grünen."

Ob die Koalitionsansage für den Bund nicht Frank Stronachs Kurs zuwiderlaufe, für Koalitionen nicht zur Verfügung zu stehen? Lugar: „Frank Stronach schließt eine Koalition aus, wenn wir nur Mehrheitsbeschaffer sind für ein System, wo alles beim Alten bleibt." Es sei daher „absolut ausgeschlossen, dass wir den Steigbügelhalter für Rot-Schwarz machen."

Grüne schließen Koalition "de facto" aus

So einfach dürfte Schwarz-Grün-Stronach aber nicht werden. Denn die Grünen schließen weiterhin eine Koalition mit dem Team Stronach auf Bundesebene „de facto" aus. Vize-Parteichef Werner Kogler erklärte am Donnerstag, solange das Team Stronach nicht demokratische Standards und Gesetze einhalte, komme eine Koalition nicht infrage. „Momentan erfüllt es den Tatbestand einer politischen Sekte. Alle heiligen Zeiten schwebt der Sektenführer ein und die Jünger plappern das nach, was er vorgibt", meinte Kogler.

(Red./APA)