Mäuse: "Das Judasevangelum"

Maeuse Judasevangelum
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Tex Rubinowitz singt Zeichen in den Sand.

Tex Rubinowitz ist nicht nur begnadeter Humorzeichner, Tangotänzer und Weltreisender, sondern auch Sänger – vorzugsweise von Slogans, die die Welt bedeuten und die er in diese mit schwacher Stimme hinausschreit und/oder -murmelt. „Nichts ist besser als gar nichts“, „Eine Kugel ist keine Kugel, wenn sie drei Ecken hat“, „Ich weine lieber im Taxi als im Bus“, „In der Schlichtheit liegt der verdorrte Pomp“: Wem so etwas einfällt, hat die verdammte Pflicht, sich einen Instrumentalisten zu suchen, der die passende sinnstiftende Musik dazu arrangiert. Rubinowitz hat schon 1994 Gerhard Potuznik gefunden, der ihm seither trotzig bröckelnde Post-Punk-Gebäude baut. Alle Basslinien weisen hier grundsätzlich bergab, und wenn es trotzdem manisch wird, wie im Kehrreim zum großartigen „Schreib es mir in den Sand“, dann ist das ein bedenklicher Ausnahmezustand. Ist es die beste Platte der Mäuse? Die konzentrierteste jedenfalls. Und die, die am räudigsten klingt. Aber das wollen sie wohl so, diese grimmigen Nager.

Mäuse: „Das Judasevangelum“ (Vienna Wildstyle)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.07.2013)

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