Mehr als elf Jahre nach der Euro-Bargeldeinführung sind Schilling im Wert von 640 Millionen Euro nicht umgetauscht worden.
Mehr als elf Jahre nach der Euro-Bargeldeinführung sind noch 8,8 Milliarden Schilling (640 Mio. Euro) nicht umgetauscht worden. Circa ein Drittel ist nicht mehr auffindbar, ein Drittel ist im Ausland und ein Drittel könnte noch gewechselt werden, sagte der Kassendirektor der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Gerhard Schulz, zur APA. "Es gibt also noch genug Potenzial".
Bei der dreimonatigen Tour des Euro-Bus der OeNB haben heuer 10.000 Personen in ganz Österreich 13,5 Millionen Schilling in Euro getauscht.
523 Millionen Schilling umgetauscht
In den vergangenen zwei Jahren wurde aber deutlich weniger umgetauscht. Zum Vergleich: 2010 waren es noch 39,4 Millionen Schilling. Deswegen konzentriert sich die OeNB nun verstärkt auf Informationen zum Geldwesen, so der Kassendirektor. Heuer lag der Fokus auf der neuen 5-Euro-Banknote der "Europa Serie" und deren Sicherheitsmerkmalen. Mit dieser Serie werden ab 2013 schrittweise noch fälschungssicherere Euro-Banknoten eingeführt.
Seit 1. Jänner 2002 wurden laut OeNB beim Euro-Bus 522,8 Millionen Schilling umgetauscht.
Am Michaelerplatz in Wien startete der Euro-Bus der Nationalbank am 6. Mai seine Tour quer durch Österreich. Im Bus können Schilling in Euro umgetauscht werden ... Stefanie Kompatscher
... Außerdem gibt es heuer noch eine zweite "Attraktion": Den neuen Fünfer mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen. >>> Mehr zu den neuen Euro-Noten Stefanie Kompatscher
So mancher Besucher brachte deshalb keine Schillinge mit, sondern Euros - um diese in neue Fünfer zu wechseln. Doch obwohl der Euro-Bus bereits zum elften Mal auf Tour geht, sind auch noch jede Menge Schilling-Scheine und -Münzen im Umlauf ... Stefanie Kompatscher
... "Der höchste Betrag, der heute umgetauscht wurde, waren 42.000 Schilling", erzählt Martin Taborsky von der OeNB (links im Bild) am ersten Tag der Bustour. Woher das Geld komme, wollte der Kunde zwar nicht verraten. "Aber für Geldwäsche sind wir aufgrund der Inflation ohnehin nicht geeignet", sagt Taborsky und lacht. "Wenn heute größere Beträge gefunden werden, ist das oft bei Renovierungsarbeiten - oder sie stammen aus dem Nachlass", so Taborsky. Stefanie Kompatscher
Meistens sind die Geldbeträge, die im Euro-Bus umgetauscht werden, aber klein - im Schnitt 1500 Schilling pro Person. Sonja Hinterberger hatte noch einen Hunderter bei sich zuhause liegen. Dafür extra in die Nationalbank gehen wollte sie nicht, deshalb nutzte sie die Gelegenheit. Stefanie Kompatscher
Walter Weninger, der gemeinsam mit seiner Frau gekommen ist, tauschte alte Groschen ein, die er noch jahrelang als Spielmünzen verwendet hat. Ob er mit dem Euro zufrieden ist? "Etwas besseres haben wir nicht". Stefanie Kompatscher
Im Schnitt werden im Euro-Bus 400.000 Schilling am Tag umgetauscht, insgesamt ist so bisher eine halbe Milliarde eingesammelt worden. Aber noch immer sind 8,8 Mrd. im Umlauf. Daran werde sich auch nicht mehr viel ändern, so Taborsky von der OeNB. Das Geld sei oft verloren oder zerstört worden, manches befinde sich auch in Sammlungen. Stefanie Kompatscher
Die Nationalbank will mit dem Euro-Bus nicht nur Schillinge "heimholen", sondern sucht auch den Dialog mit kritischen Besuchern und will über die Vorteile der Gemeinschaftswährung aufklären. Stefanie Kompatscher
Den Vorwurf, der Euro sei ein "Teuro", versucht die OeNB mit Beispielen aus dem Alltag zu entkräften. Laut dieser Statistik musste man für ein Feierabendbier im Jahr 1990 noch länger arbeiten als heute. Stefanie Kompatscher
An fünf Stationen sollen Mitarbeiter die Besucher über die positiven Auswirkungen des neuen Zahlungsmittel aufklären - unter anderem auf die österreichische Wirtschaft: "Die Exportquote ist seit der Einführung von 40 auf 60 Prozent gestiegen. Dadurch sind viele Arbeitsplätze entstanden", so Taborsky. Stefanie Kompatscher
Einer Befürchtung, die viele äußern, tritt die OeNB entgegen: "Es gibt die klare Entscheidung, den 500-Euro-Schein bis auf weiteres nicht abzuschaffen", stellt Taborsky klar. Stefanie Kompatscher
Der Euro-Bus steht noch bis 7. Mai, 18 Uhr, am Wiener Michaelerplatz und macht sich dann auf den Weg in die Bundesländer. Die nächste Station ist St. Pölten am 8. Mai. >>> Der gesamte Tourplan als PDF Stefanie Kompatscher
Nationalbank tourt mit neuem Fünfer durch Österreich