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Wiener entwickeln Lawinenpieps für Taucher

(c) Erwin Wodicka
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Das Wiener Start-up Blue Locar bastelt an Sicherheitsgadget für Sportler am Meer.

Immer wieder treibt ein plötzlicher Wind Surfer und Segler ab. Unerfahrene Taucher verlieren durch eine starke Strömung die Orientierung. Während sich Wintersportler abseits gesicherter Pisten heute ihre LVS, ihre Lawinensuchgeräte, den Lawinenpieps, umhängen und sich so leichter finden lassen, bleiben Wassersportler, besonders am Meer, mangels eines solchen Gerätes immer wieder verschollen.

Das Wiener Start-up Blue Locar arbeitet nun an einem Gerät, ähnlich einem Lawinenpieps, für Taucher, Surfer oder Segler. Jungunternehmer Georg Kaniak, selbst Wassersportler, hat schon im Rahmen seiner Dissertation an der TU Wien an Ultraschall-Ortungssystemen gearbeitet. 2011 hat er sein Start-up gegründet, in wenigen Monaten soll das erste Gadget auf den Markt kommen. Im ersten Schritt, sagt Kaniak, komme ein Gerät zur Ortung über Wasser auf den Markt, das zum Beispiel Seglern oder Surfern helfen soll, wenn sie aufs Meer hinaus getrieben werden. Der Sportler kann in dem Fall ein Signal abschicken, das an eine Art Basisstation geht, etwa an die Surfschule, über die der Surfer dann genau geortet werden kann.

Erste Geräte kommen 2014. Gemeinsam mit Produktdesigner Adam Wehsely-Swiczinsky hat Kaniak die Entwicklung des Gerätes weitestgehend abgeschlossen. Technische Details sollen ebenso wie der Name des Gadgets noch nicht verraten werden. Demnächst sollen die Werkzeuge für die Serienproduktion gebaut werden.

„Der Stand für die Düsseldorfer Bootsmesse 2014 ist schon gebucht“, sagt Kaniak. dort soll das Gadget präsentiert werden. Es soll, so Wehsely-Swiczinsky, etwa so groß wie ein Lawinenpieps sein, sodass Taucher es an ihre Jacken oder Surfer an ihr Trapez hängen können. „Das Lustige“, sagt er, „oder auch die Schwierigkeit war, ein Design zu finden, das zu Tauchern, Surfern und Seglern passt. Deren Ästhetik ist ja sehr gegensätzlich.“ So habe man sich schließlich für ein Outdoordesign entschieden.

Das erste Gerät, das Anfang 2014 auf den Markt kommt, sei vorerst für die Anwendung an der Wasseroberfläche. Im Herbst kommenden Jahres, so Kaniak, kommt das zweite Gerät: jenes zur Anwendung unter Wasser, das auch mit Ultraschall-Ortung arbeite. Und auch kombinierte Geräte soll es geben.

Info

Blue Locar wurde 2011 von Georg Kaniak gegründet. Er hat schon an der TU Wien an Ultraschall-Ortung geforscht. Anfang 2014 soll das Gerät auf den Markt kommen. Das Projekt wird von Departure gefördert.

Der Designer Adam Wehsely-Swiczinsky ist für das Design des Geräts verantwortlich. Der Produktdesigner und Musiker hat sich mit Arbeiten für Elan, Fischer, Head oder Otto Bock einen Namen gemacht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.07.2013)