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Graz: "Stolpersteine" erinnern an NS-Opfer

Graz Stolpersteine erinnern NSOpfer
"Stolpersteine" in Graz(c) EPA (Jan-Philipp Strobel)
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Messingtafeln sollen zum Nachdenken an den Holocaust vor der eigenen Tür anregen. Europas Gehsteige enthalten bereits mehr als 38.000 Platten.

In der steirischen Hauptstadt wird mit "Stolpersteinen" an die Opfer des nationalsozialistischen Regimes erinnert. Auf Initiative des "Vereins für Gedenkkultur" wurden am Samstag an vorerst zehn Orten in der Stadt 18 Pflastersteine mit messingglänzender Deckplatte zum Gedenken an jene Menschen verlegt, die aus verschiedenen Ursachen von der Nazidiktatur zwischen 1938 und 1945 vertrieben, deportiert und ermordet wurden.

Die pflastersteingroßen Messingtafeln mit Inschrift, die den Namen, Geburtsjahr, und - wenn bekannt - Datum der Verhaftung und Ermordung der Opfer bekannt geben, werden im Boden vor den ehemaligen Wohnhäusern der Ermordeten verlegt. Sie sollen zum Nachdenken über den Holocaust vor der eigenen Tür anregen.

Die Idee stammt vom Kölner Künstler Gunter Demnig, der seit 1997 die Mini-Gedenksteine in die Gehwege in deutschen und mittlerweile auch österreichischen Städten wie unter anderem Salzburg, Wels und Wiener Neustadt, in der Region Braunau und nun auch in Graz einsetzt. Angefangen hatte der Bildhauer damit in Köln und Berlin. Mittlerweile sind es mehr als 38.000 Stolpersteine.

Biografien der Opfer

Der Ende 2012 in Graz gegründete Verein von Sabine Maurer (Vorsitzende des Grazer Komitees für christlich-jüdische Zusammenarbeit) und Gemeinderätin Daniela Grabe (Grüne) hat sich zum Ziel gesetzt, 75 Jahre nach Beginn des NS-Terrors in Österreich auch in Graz im öffentlichen Raum mehr Erinnerungszeichen für die Opfer des Nationalsozialismus zu setzen. Das erste Projekt sind die "Stolpersteine". Es wird begleitet von einer vereinseigenen Webseite mit ausführlichen Biografien der Opfer, derer mit dem Projekt gedacht wird.

"Stolpersteine" in Graz
(c) EPA (PAUL ZINKEN)

(APA)