Der Kaliproduzent Uralkali will aus einem Exportbündnis aussteigen. Der Aktie des deutschen Düngemittelkonzerns K+S reagierte heftig auf diese Nachricht und stürzte zeitweise um mehr als 27 Prozent ab.
Wien/Ag./Red. Der russische Bergbaukonzern und Kaliproduzent Uralkali hat die Märkte schockiert. Der Konzern hat angekündigt, aus dem Kali-Exportverbund BPC auszusteigen. Uralkali rechnet nun mit einem Rückgang der weltweiten Kalipreise um rund 25 Prozent.
Der Aktie des deutschen Düngemittelkonzerns K+S reagierte heftig auf diese Nachricht. Die Aktie stürzte zeitweise um mehr als 27 Prozent auf rund 19 Euro ab, den tiefsten Stand seit April 2007. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der global fünftgrößte Kaliproduzent. Auch die Uralkali-Papiere gaben um über 15 Prozent nach. Das Bündnis Belarus Potash Company (BPC) ist eines von zwei marktbeherrschenden Exportbündnissen in der Branche. BPC war gemeinsam mit der nordamerikanischen Canpotex für 70Prozent des weltweiten Kalihandels verantwortlich. Unklar ist, ob Uralkali seine Ankündigung tatsächlich realisieren wird.
Operativer Gewinn würde sinken
„In der nächsten Zeit rechnen wir damit, dass der Wettbewerb stärker wird, das wird die Preise nach unten treiben“, sagt Uralkali-Chef Vladislav Baumgertner. Commerzbank-Analyst Lutz Grüten geht davon aus, dass ein Preisverfall eine enorme Belastung für K+S darstellen würde. Fiele der Kalipreis um ein Prozent, würde das den operativen Gewinn von K+S um zwei Prozent drücken.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.07.2013)