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Schlepperei? Hausdurchsuchung im Servitenkloster

Ein Gang im Wiener ServitenklosterAPA
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Im Zuge der Schlepperei-Ermittlungen wurden die Spinde der Verdächtigen durchsucht. Jene Asylwerber, die sich derzeit täglich bei der Polizei melden müssen, sind quasi "krankgeschrieben".

Die Polizei hat im Zuge ihrer Ermittlungen gegen eine mutmaßliche internationale Schlepperorganisation am Mittwoch in der Früh das Wiener Servitenkloster durchsucht.

Insgesamt gab es zwei Hausdurchsuchungen, eine davon im Kloster. "Die Durchsuchungen erfolgten in enger Kooperation mit den Betreibern der Unterkünfte", wurde vom  Bundeskriminalamt (BKA) bzw. der "SOKO Schlepperei" festgehalten. Man habe auch mehrere Gegenstände sichergestellt.

Caritas-Wien-Sprecher Martin Gantner bestätigte, dass die Spinde jener drei Asylwerber durchsucht worden seien, die am Dienstag wegen des Verdachts auf Schlepperei verhaftet worden waren (zum Bericht). "Es ist alles sehr rasch und sauber über die Bühne gegangen", sagte er.

Die Exekutive teilte zudem mit, dass man in der Nacht auf Mittwoch einen weiteren Verdächtigten verhaftet habe, und zwar in der Nähe des Westbahnhofs. Nach derzeitigem Wissensstand stehe dieser aber in keinem Zusammenhang mit der Gruppe im Servitenkloster.

Asylwerber quasi "krankgeschrieben"

Im Servitenkloster fürchten sich indes jene zwölf Asylwerber, die seit Ende vergangener Woche dem "gelinderem Mittel" unterliegen, vor einer Festnahme. Ihre Asylverfahren sind rechtskräftig negativ beschieden, Österreich wartet auf die sogenannten Heimreisezertifikate, die von der pakistanischen Botschaft in Wien ausgestellt werden müssen. Die Asylwerber müssen sich täglich bei der Polizei melden. Tun sie das nicht, können sie in Schubhaft genommen werden.

Und derzeit kommen sie dieser Verpflichtung nicht nach, heißt es bei der Caritas, auch wenn man versuche, ihnen klarzumachen, dass sonst Schubhaftgründe vorliegen. Die zwölf hätten nun ärztliche Atteste vorgelegt. Das bestätigt auch ein Polizeisprecher: Die Asylwerber seien quasi "krankgeschrieben". Ob man einschreiten und Schubhaft verhängen werde, wurde nicht beantwortet. Man werde jedenfalls das Verfahren weiter vollziehen, "wie es nach dem Gesetz vorgesehen ist". Außerdem gebe es ja nach wie vor die Möglichkeit einer freiwilligen Rückkehr. Die beantragten Heimreisezertifikate lägen noch nicht vor.

(APA)