Der japanische Autokonzern scheint seine schlechten Jahre hinter sich gelassen zu haben. Der schwache Yen hilft dabei.
Wien/Ag./Nst. Toyota hat sie alle in den Schatten gestellt. Denn während die europäischen Autokonzerne unter der Kaufzurückhaltung der Bevölkerung ächzen, legten die Japaner für ihr erstes Geschäftsquartal (per Ende Juni) beachtliche Zahlen vor. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Nettogewinn um rund 94 Prozent auf 562,1 Mrd. Yen (4,3 Mrd. Euro). Beflügelt wurde das Ergebnis vom schwachen Yen-Kurs, der Exporte für den Konzern verbilligt.
Angesichts des Rückenwindes erhöhte das Unternehmen auch seine Gewinnprognose für das laufende Jahr. Frohen Mutes traut man sich heuer nun zu, mehr als zehn Millionen Autos zu verkaufen. Erstmals würde ein Autokonzern damit eine solche Marke überschreiten.
Noch vor einigen Jahren hatte der Konzern unter einer Rückrufaktion gelitten, die ihresgleichen suchte. Toyota musste in etwa eine Jahresproduktion in die Werkstätten ordern. Zuletzt machten dem Konzern auch Naturkatastrophen einen Strich durch die Rechnung.
Doch diese Probleme scheinen nun der Vergangenheit anzugehören. So hat sich die Profitabilität des Unternehmens seit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers kontinuierlich verbessert. Während die operative Rendite des Premiumherstellers Audi (eine VW-Tochter) bei 10,5 Prozent liegt, schaffte Toyota einen Wert von 10,6 Prozent, wie NordLB-Analyst Frank Schwope sagt.
US-Geschäft läuft rund
Vor allem in Nordamerika lief das Geschäft für den Hersteller rund. Im zweiten Quartal konnte Toyota rund 688.000 Fahrzeuge verkaufen, ein Plus von 26.300 Einheiten.
Die bessere Konjunkturentwicklung in den USA kommt dem Unternehmen dabei zugute. Auch die Absatzzahlen der drei großen US-Hersteller GM, Ford und Chrysler verbesserten sich. Allein im Juli legten die Verkäufe zwischen elf und 16 Prozent zu. Für Ford und Chrysler war es gar der beste Juli seit 2006. Der Toyota-Absatz kletterte in dem Sommermonat gar um 16,5 Prozent.
Die Japaner profitieren dabei von einer stärkeren Dezentralisierung ihrer Produktion. So hat der Autokonzern sein Produktionsnetz in Nordamerika stark ausgebaut. Die Aktie legte im Tagesverlauf um über drei Prozent zu.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2013)