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Die Wahl von links bis liberal

Idealismus vor Realismus: Die Kleinparteien sind ein wichtiger Teil der Demokratie.

Wie kann man sich den Bürger, der sich in einer Kleinpartei, egal welcher ideologischen Richtung, engagiert, vorstellen? Er ist einer, der sich in einer Großpartei nicht anpassen wollte oder konnte. Einer, der Idealismus vor Realismus stellt. Denn realistisch betrachtet sind die meisten Kleinparteienprojekte zum Scheitern verurteilt. Bürger, die sich in Kleinparteien engagieren, sind ein essenzieller Teil des demokratischen Gemeinwesens – weil sie sich für eine Sache einsetzen, ohne unmittelbar etwas davon zu haben.

Freilich ziehen Kleinparteien auch immer wieder Querulanten oder Sektierer an – den Grünen ist dies wohlbekannt, den Piraten auch. Die Liste Hans-Peter Martin war da überhaupt ein Fall für sich.

Dies muss jedoch nicht zwingend sein: Die Neos sind die wohl professionellste Neuerscheinung seit Langem. Ein stringentes Programm, modernes Marketing und auch die Unterstützungserklärungen hatten sie flotter beisammen als die KPÖ, die nur ihre Funktionäre zum Unterschreiben zu bewegen brauchte. Bei den Neos wird höchstens – das aber durchaus heftig – darüber diskutiert, ob man nun für oder gegen die Homo-Ehe ist.

Kleinparteien bedeuten Auswahl. Der eher Linksgesinnte kann nun zwischen SPÖ, Grünen, KPÖ und Piraten wählen. Und für (wirtschafts-)liberal Denkende ist die Palette ebenfalls so breit wie nie: Auch da stehen – mit unterschiedlichen Nuancierungen – vier Parteien, ÖVP, BZÖ, Team Stronach und die Neos, zur Auswahl. Es soll Schlimmeres passieren.

 

oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2013)