Empfehlungen. Von Goldman Sachs und HSBC gibt es für die Linzer Stahlkocher höhere Kursziele, Andritz immerhin „Neutral".
Linz. Die Wertpapierexperten von Goldman Sachs haben heute, Donnerstag, ihr Kursziel für die Aktie des heimischen Stahlkonzerns voestalpine in Reaktion auf dessen Zahlenvorlage vom Vortag von 35,0 auf 36,0 Euro erhöht. Zugleich haben sie ihr Anlagevotum "Buy" bestätigt.
Sowohl die soliden Zahlen im ersten Quartal 2013/14 (per Ende Juni), als auch die Aussagen der Geschäftsführung zum Auftragseingang sowie zum niedrigen Lagerbestand und höheren Preiserwartungen stimmen die Goldman-Experten optimistisch für die voestalpine. In diesem Licht würden die Erwartungen für das Gesamtjahr 2014 nach wie vor etwas "konservativ" ausfallen, stellten die Analysten fest. Sie erwarten schon bald Aufstufungen der betreffenden Konsensusschätzungen und heben auch ihre Prognosen für die Jahre 2014-16 um ein bis zwei Prozent.
Beim Gewinn je Aktie erwarten die Goldman-Analysten 2,79 Euro für 2013/14, sowie 3,25 bzw. 3,78 Euro für die beiden Folgejahre. Ihre Dividendenschätzung je Titel beläuft sich auf 0,89 Euro für 2013/14, sowie 0,81 bzw. 87 Euro für 2014/15 bzw. 2015/16.
Die HSBC-Experten haben nach der Bilanzpräsentation des oberösterreichischen Stahlkonzerns voestalpine vom Vortag ihr Kursziel für dessen Aktie von 29,5 auf 33,0 Euro erhöht. Ihre Anlageempfehlung "Neutral" haben sie hingegen unverändert beibehalten.
Ähnlich den Wertpapierexperten anderer Analystenhäuser strichen auch jene von HSBC neben dem soliden Zahlenwerk für das erste Jahresviertel des schiefen voestalpine-Geschäftsjahres (per Ende Juni) die positiven Aussagen der Geschäftsführung im "Conference Call" nach der Zahlenvorlage hervor. Das Management der voestalpine habe eine neue Rekordstahlproduktion für 2013 und wieder steigende Stahlpreise angekündigt.
Man betrachte die Aktie der voestalpine zwar als jene mit dem niedrigsten Risiko unter europäischen Stahlwerten, führten die HSBC-Experten weiter aus. Jedoch würden sie zyklische, strukturelle und wertmäßige Abwägungen von einer deutlicheren Aufstufung abhalten.
Beim Gewinn je Aktie erwarten die HSBC-Analysten 2,89 Euro für 2013/14, sowie 3,43 bzw. 4,01 Euro für die beiden Folgejahre. Ihre Dividendenschätzung je Titel beläuft sich auf 1,00 Euro für 2013/14, sowie 1,20 bzw. 1,32 Euro für 2014/15 bzw. 2015/16.
Am Donnerstag gegen 15.00 Uhr hält die voestalpine-Aktie bei 31,90 Euro, ein sattes Plus von 4,56 Prozent.
Auch für Andritz sind die HSBC-Experten etwas zuversichtlicher. So wurde ihre Empfehlung für Andritz-Aktien von "Underweight" auf "Neutral" geändert. Das Kursziel von 41,0 Euro wurde von den Analysten als Reaktion auf die am Vortag veröffentlichten Ergebnisse gleichzeitig bestätigt.
Als Begründung gaben die Analysten an, dass die Hauptargumente für ihre bisherige Empfehlung "Underweight" nun bereits eingepreist seien. Die meisten Faktoren, die sich potenziell negativ auf den Kurs auswirken könnten, seien entweder bereits bekannt oder unwahrscheinlicher geworden. So gab es keine weiteren Kostenüberschreitungen bei einem großen Zellstoffprojekt in Südamerika. Auch die Möglichkeit von signifikanten Kapazitätsanpassungen bei Zellstoff habe sich reduziert. Weiters habe der Pressenhersteller Schuler das dritte Quartal in Folge Rückgänge im zweistelligen Bereich gemeldet, sodass die diesbezüglichen Probleme nicht mehr überraschen sollten.
Beim Gewinn je Aktie erwarten die HSBC-Analysten 1,80 Euro für 2013, sowie 2,49 bzw. 2,83 Euro für die beiden Folgejahre 2014 und 2015. Ihre Dividendenschätzung je Titel beläuft sich auf 1,00 Euro für 2013, sowie 1,40 bzw. 1,70 Euro für 2014 bzw. 2015
Um 15.00 Uhr notierten die Andritz-Aktien an der Wiener Börse mit einem Plus von 0,63 Prozent bei 39,34 Euro.
(APA/ekh)