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Mikl-Leitner abgesetzt, Faymann eine "Flasche"

Mikl-Leitner abgesetzt, Faymann eine
Mikl-Leitner abgesetzt, Faymann eine "Flasche"(c) APA/HERBERT P. OCZERET (HERBERT P. OCZERET)
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Dirty Campaigning: In einem falschen Brief kündigt die (vermeintliche) ÖVP an, die Innenministerin abzusetzen. Hinter einer Plakatkampagne, die Faymanns Ansagen widerspricht, soll die Firma "3" stecken.

Wien. Meistens sind es üble Gerüchte, mit denen man zu Wahlkampfzeiten versucht, dem politischen Gegner zu schaden. Negative Campaigning nennt sich diese Methode, die vor allem in den USA weit verbreitet ist. Aber man kann eine Partei auch anders anpatzen: So landete ein vermeintlicher Brief der ÖVP in den Postkästen einiger Wiener Haushalte. Darin nehmen „ÖVP-Chef Michael Spindelegger“ und „Staatssekretär Sebastian Kurz“ zur Asyldebatte und zur Abschiebung von pakistanischen Flüchtlingen Stellung: „Um den Fehler, den wir begangen haben, zu begleichen, werden wir alle Hebel in Bewegung setzen, um die acht Flüchtlinge wieder nach Österreich zu holen.“ Innenministerin Johanna Mikl-Leitner sei die „Hauptverantwortliche für die unchristliche Vorgangsweise“. Deshalb werde sie „ihres Amtes enthoben“.

Die Zeitung „Heute“ hob die Story um die Fake-Briefe sogar auf das Titelblatt. Wer hinter diesen gefälschten Briefen steckt, ist allerdings nicht bekannt: Von den anderen Parteien will es jedenfalls niemand gewesen sein. Aus der ÖVP hieß es, es sei „bedauernswert, dass manche die derzeitige Diskussion um Abschiebungen instrumentalisieren“.

Aber die ÖVP ist nicht die einzige Partei, die unter solchen Fake-Aktionen leidet. „Heimat ohne Hass“ nennt sich eine Gruppe in dem sozialen Netzwerk Facebook, die „die staatstragende Partei FPÖ vor dem rechten Rand“ beschützen will. In der Partei weiß man jedenfalls nichts davon – auf der Facebook-Seite von „Heimat ohne Hass“ wird auch eher gegen als für FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache Stimmung gemacht.

 

Unglückliche Plakatkombination für SPÖ

Und auch die SPÖ hat derzeit mit einer „Negativkampagne“ zu kämpfen. „Nein“ oder „Das wird nie was“ steht in großen Lettern auf einigen Plakaten – genau neben Wahlkampf-Parolen wie „Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz“ von Bundeskanzler Werner Faymann. Und das eigentlich zufällig. Lange wurde gerätselt, wer dahintersteckt: Laut „Presse“-Recherchen ist dies der Telekommunikationsanbieter „3“. Dort will man es allerdings nicht zugeben – dementieren aber auch nicht. „Dazu kann ich nichts sagen“, meint der Konzernsprecher.

Weniger anonym ist die Plakatserie einer Smoothies-Firma: „Unser Spitzenkandidat ist eine Flasche“, heißt es dort. Auch diese Botschaft hängt so mancherorts neben dem Plakat von Werner Faymann.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.08.2013)