Leitartikel

Der deutsche Abstieg sollte ein Weckruf für Österreich sein

Arbeiterin im BMW-Werk in Steyr
Arbeiterin im BMW-Werk in Steyr Getty/Thomas Kronsteiner
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Statt flache populistische Debatten zu führen, sollten wir in Österreich lieber ernsthaft über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts diskutieren.

Wenn Deutschland Schnupfen hat, bekommt Österreich eine Grippe, lautet ein Bonmot, das die starke Verflechtung der beiden Volkswirtschaften beschreibt. Laut dieser Logik müsste Österreich bald eine Lungenentzündung haben. Denn Deutschland steuert auf eine schwere Grippe zu. Die Anzeichen mehren sich, dass die konjunkturelle Stagnation in der Bundesrepublik von Dauer ist. Der Internationale Währungsfonds nährte diese Befürchtung in seinem jüngsten Ausblick: Als einziges der großen Industrieländer sieht er Deutschland heuer in der Rezession. Grund ist die anhaltende Schwäche der Industrie. „Man hört manchmal von einer schleichenden Deindustrialisierung – nun, sie ist nicht mehr nur schleichend“, zitierte die „Welt“ den deutschen Mittelstandsvertreter Hans-Jürgen Völz. Und das wohlgemerkt in dem Land, das einmal als die Konjunkturlokomotive Europas galt.


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