Der Wiener Srdjan Spiridonovic versucht sich in Saudiarabiens zweiter Liga. Bei Hajer warten Abenteuer und viele Eindrücke. Warum er sich in der Wüste versucht, liegt auf der Hand.
Viele Fußballer gelten schnell als Weltenbummler, dabei ist manch einer gar nicht über die Landesgrenzen hinaus gekommen. Im Fall von Srdjan Spiridonovic hingegen trifft der Begriff vollends zu. Der Stürmer aus Ottakring, 29, hat viel erlebt. Er war mit Austria 2013 Meister, spielte in der Champions League, war bei Vicenza, Messina, Admira, Panionios Athen, Stettin, Roter Stern Belgrad, Gençlerbirliği, Atromitos Athen und Žalgiris engagiert.
Mal länger, mal kürzer, erfolgreicher oder verkannt. Jetzt ist der 1,73 Meter große Wiener vorerst Österreichs einziger Fußballer, der in Saudiarabien spielt. Er heuerte beim Zweitligaklub Hajer FC an, lebt sich gerade in Al-Hasa, rund 300 Kilometer östlich der Hauptstadt Riad, ein und fiebert dem Start der Liga entgegen.
Warum er nach Saudiarabien gegangen ist, musste Spiridonovic der „Presse am Sonntag“ eigentlich gar nicht lange erklären. Die Gage war ungemein verlockend, selbst in unteren Ligen, wird gemunkelt, sollen Legionäre außerordentlich gut verdienen. Er hatte Erfolg, „man legte mir aber auch in der Karriere Steine in den Weg“, im eine Million Einwohner starken Al-Hasa, wo in der Klub Wohnung und Auto gab, wolle er neu starten. Dass er oft nach dem Warum gefragt wird, ob ihm Auffälliges bereits widerfahren sei oder was er zur umstrittenen Menschenrechtslage oder den strengen islamischen Regeln sagt, nimmt er gelassen und antwortet teils offen, en gros aber diplomatisch. „Privat merkst du nichts, es ist wie überall ganz normal. Wir sind hier sieben Legionäre, trinken oft zu dritt oder viert Kaffee. Natürlich reden wir dann auch darüber, aber zumeist über Fußball. Sie legen Wert auf Ordnung, ihr System.“ Das gelte es doch zu respektieren.