Testbericht

Node X, ein Jubiläum in Silber

Die hochwertige Kopfhörersektion mit großem Klinkenausgang ist für Kopfhörerfans alleine ein Argument für den Node X und spart sogar separate Kopfhörerverstärker.
Die hochwertige Kopfhörersektion mit großem Klinkenausgang ist für Kopfhörerfans alleine ein Argument für den Node X und spart sogar separate Kopfhörerverstärker. Bluesound
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Zum zehnjährigen Jubiläum bring Bluesound ein limitiertes Jubiläumsmodell seines erfolgreichen Netzwerkplayers Node. Sind Sound-Upgrade und schicke Farbe den Mehrpreis wert?

Bluesound, Spezialist für Multiroom-Streaming, feiert sein zehnjähriges Bestehen mit dem Node X, einem limitierten Sondermodell seines Netzwerkplayers Node. Netzwerkplayer, auch Streamer genannt, sind im Digitalzeitalter das, was früher Plattenspieler oder CD-Player waren. Sie bringen Musik – heute von Streamingservices oder Festplatte/PC – an eine Stereoanlage oder Aktivboxen. Und bei Multiroom-Lösungen auch auf kompatible Geräte in anderen Räumen.

Der Node X, mit 800 Euro 200 Euro teurer als der reguläre, aktuelle Node 130, ist bezüglich Funktionalität identisch mit letzterem. Das ist ein großes Plus: Es gibt meines Wissens – mit Ausnahme des neuen Eversolo – kaum einen Streamer mit so kompletten Funktionen und Anschlüssen. Es ist kürzer zu beschreiben, was er nicht kann: DSD und Surround-Sound. Und Bluesound verzichtet auf ein Display. „Fehlen“ tut es meiner Meinung nach nicht, da man ohnehin eine App am Handy nutzt, das näher ist als das Gerät. Apropos App: BlueOS ist eine ausgereifte, cum grano salis bedienerfreundliche App. Das ist mehr als viele Mitbewerber bieten. Bezüglich kleinerer Schwächen, etwa bei Playlists oder fehlender Bitratenanzeige, darf man auf ein großes, für Herbst angekündigtes Update hoffen.

Optisch setzt der Node X auf das schlichte Design des Vorgängers, an der Oberseite gibt es Touch-Tasten für Grundfunktionen und voreinstellbaren Schnellzugriff. Hervorstechendes Merk­mal des Node X ist die Farbe. Statt des markenüblichen Schwarz oder Weiß spendierte man dem Jubiläumsmodell ein silbernes Gehäuse. Eine durchaus stimmige Wahl, auch wenn es für Metall offensichtlich nicht gereicht hat und das Silber etwas auf der grauen Seite liegt. Allerdings haben bei Hifi-Komponenten verschiedener Hersteller ohnehin keine zwei den selben Farbton, und der Node X rangiert hier im üblichen Rahmen. Neben soliden Audiokabeln hat Bluesound beim Node X auch die sonst als Zubehör verfügbare Fernbedienung beigelegt. Eine nette Geste, wenn auch mit begrenztem Nutzwert. Der Node ist ohnehin auf beliebige Fernbedienungen anlernbar.

Aufstieg in audiophile Liga

Das wohl wichtigste Upgrade ist der Klang. Dem Node X wurde nicht nur ein besserer Dac, sondern eine insgesamt höherwertige Audiosektion spendiert. Das Ergebnis überrascht – und zwar weil der Unterschied zu den Vorgängern unerwartet groß ist, obwohl die schon sehr solide klingen. Im direkten Vergleich überzeugt der Node X mit mehr Transparenz, Kontrolle im (Tief-)Bass und Ortbarkeit der Instrumente. Die Tendenz ist gleich wie vom Node2 zu Node 130, nur mit größerem Sprung. Eventuell könnte der Sound manchmal etwas mehr Körper haben – aber das ist Jammern auf höchstem Niveau. Das zweite Klangupgrade betrifft die Kopfhörersektion. Diese überzeugt auf ganzer Linie und lässt – im Gegensatz zu den Vorgängern – keine Wünsche offen.

Das Jubiläumsmodell ist nicht nur ein Marketinggag. Mit dem Klangupgrade macht der Node X sogar in audiophilem Umfeld eine gute Figur, das rechtfertigt den Mehrpreis. Noch ein Wort zum Jubiläum: Blue­sound hat in zehn Jahren – in der digitalen Welt eine Ewigkeit – seine App gepflegt und die gesamte Produktpalette, so weit technisch möglich, up to date gehalten, alle Gerätegenerationen seit 2013 sind heute – und auf absehbare Zeit – noch nutzbar. Gratulation zu dieser Leistung.

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