Prognose. Der Nettogewinn soll nach Analystenschätzung um 13 Prozent auf 91,4 Millionen Euro steigen. Der Umsatz ist weiterhin rückläufig. Eine Reparatur soll für Österreich über höhere Tarife gehen.
Wien. Die Analysten von Erste Group, Raiffeisen Centrobank (RCB) und JPMorgan erwarten bei der Telekom Austria im ersten Halbjahr 2013 unterm Strich mehr Gewinn. Der Nettogewinn wird im Schnitt auf 91,4 Mio. Euro geschätzt. Das wäre ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Telekom Austria legt die Halbjahreszahlen am Montag vor.
Operativ gehen die Experten laut APA-Konsensus von 224,6 Mio. Euro aus, gegenüber dem Vorjahreswert von 211,1 Mio. Euro wäre das ein Anstieg von sechs Prozent. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erwarten sie hingegen einen Rückgang um acht Prozent.
Der Umsatztrend werde zwischen April und Juni gegenüber den Vorquartalen unverändert leicht rückläufig sein, prognostizieren die Experten. Im Schnitt lautet die Halbjahresschätzung beim Umsatz auf 2,085 Mrd. Euro - verglichen mit dem ersten Halbjahr 2012 ein Minus von zwei Prozent.
Laut den Analysten hat der heimische Telekomkonzern dank Kosteneinsparungen die Margen verbessern können. In Osteuropa laufe das Geschäft aber nicht rund. In Bulgarien und Kroatien würde die schwache Wirtschaftslage und ein harter Konkurrenzkampf belasten, heißt es.
Erhöhung der Tarife
Für den österreichischen Telekom-Markt erwarten die Wertpapier-Experten im Herbst eine "Reparatur" mit höheren Tarifen für Mobilfunk-Kunden, die nicht zuletzt durch das endgültige Ausscheiden von Orange aus dem heimischen Markt bedingt sind.
Spannend seien die Entwicklungen beim Telekom-Konkurrenten Hutchison ("Drei"), wo für Oktober Änderungen erwartet werden.
Massiver Kurszuwachs
Am Freitagvormittag hatten die Telekom-Papiere massive Wertzuwächse zu verzeichnen: Die Aktie notierte in Wien gegen 10.30 Uhr knapp über neun Prozent im Plus. Gegen 12.30 Uhr pendelte sich das Plus bei 4,5 Prozent ein.
Auftrieb bekam die Aktie vermutlich auch durch das Übernahmeangebot vom Kernaktionär an KPN. Er will KPN komplett übernehmen. Bislang hält Slims America Movil am holländischen Telekomanbieter, der auch Eigentümer von E-Plus ist, 30 Prozent der Aktien. Insgesamt 5,98 Milliarden Euro will Slim KPN und seinen Aktionären zahlen. Bei der Telekom Austria ist Slim offiziell mit 24 Prozent beteiligt.