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Blackberry könnte von der Börse verschwinden

A new Blackberry Z10 smartphone is displayed at a store in New York in this file photo
A new Blackberry Z10 smartphone is displayed at a store in New York in this file photoREUTERS
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Der kanadische Smartphone-Hersteller hat schon vor Längerem den Anschluss an seine Konkurrenten Apple und Samsung verloren. Der Konzern kämpft mit Verlusten und könnte nun abseits der Börse saniert werden.

Toronto/Reuters. Für den kanadischen Blackberry waren die vergangenen Jahre alles andere als einfach. Das Unternehmen hat eine der wichtigsten Innovationen auf dem Handymarkt, die Entwicklung des Touchscreens, verschlafen – und so den Anschluss an die neuen Größen wie Samsung und Apple verloren. Das fällt Blackberry nun auf den Kopf. Die Marktanteile sinken, der Aktienkurs auch.

Angesichts dieser Entwicklungen könnte sich der Hersteller nun von der Börse verabschieden. Zumindest berichten das mit der Angelegenheit vertraute Personen. Auf diese Weise würde sich das Unternehmen Luft verschaffen und seine Sanierung abseits des Drucks der Aktionäre angehen. Seit Monaten kämpft der Gründer des Computerkonzerns Dell, Michael Dell, ebenfalls für einen solchen Schritt.

 

Verluste und weniger Verkäufe

Bei Blackberry würden sich Konzernchef Thorsten Heins und der Verwaltungsrat zunehmend mit dieser Idee anfreunden, heißt es. Der Konzern gab zu den Gerüchten keine Stellungnahme ab.

Doch auch wenn sich der Hersteller für einen solchen Schritt entscheidet, ist völlig unklar, ob die Kanadier einen Käufer finden, der bereit ist, die Abkehr vom Kapitalmarkt zu finanzieren. So lange der Hersteller rote Zahlen schreibt, dürfte dies nämlich schwierig werden. Im ersten Geschäftsquartal dieses Jahres hat Blackberry einen Verlust von 84 Mio. Dollar (64,5Mio. Euro) eingefahren. Auch verkaufte das Unternehmen mit 6,8 Millionen Smartphones weniger als erwartet.

Dabei war Blackberry nicht nur jahrelang das liebste Spielzeug der Manager, sondern auch als Aktie ein Liebling der Investoren. Im Jahr 2008 war das Unternehmen noch 84 Mrd. Dollar an der Börse wert. Heute sind es nur noch fünf Mrd. Dollar. Allein in diesem Jahr fiel der Aktienkurs um 19 Prozent. Dem Handykonzern fehlen Antworten darauf, wie er verloren gegangene Marktanteile gegenüber seinen Rivalen Apple und Samsung zurückgewinnen kann. Zudem sorgten zuletzt Verzögerungen bei der Einführung des neuen Modells Blackberry 10 für schlechte Stimmung. Der Marktanteil der Kanadier in den USA fiel mittlerweile unter ein Prozent.

Blackberry begann bereits im vergangenen Geschäftsjahr mit einem Sanierungskurs. Der Abbau von 5000 Arbeitsplätzen wurde verkündet. Erst kürzlich schrieb das „Wall Street Journal“, dass weitere Personalkürzungen drohten. „Es braucht mehr als ein paar Quartale, bis wir dorthin gelangen, wo wir hinwollen“, versuchte Konzernchef Heins kürzlich zu beruhigen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.08.2013)