Schiffbrüchige: „Na ja, das Boot ist weg“

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Die österreichischen Segler Christian E. und Irene H., die kürzlich mitten im Meer von ihrer defekten Jacht gerettet wurden, haben American Samoa sicher erreicht.

Pago Pago/Wien. „Ich habe versprochen, Irene zu heiraten, wenn wir das überleben.“ – Nun, so wird aus dem Pärchen, das vor Tagen von seiner defekten Jacht im Südpazifik von Fischern gerettet worden ist, also ein Ehepaar: Der Burgenländer Christian E. (34) und Irene H. (28) aus Oberösterreich kamen am Donnerstag in Pago Pago, Hauptort des US-Territoriums American Samoa, an, teilten sie per E-Mail mit.

E. schildert die Umstände der misslungenen Pazifikfahrt: Bald nach der Abfahrt in Französisch-Polynesien am 26.Juli habe stürmisches Wetter mit fünf Meter hohen Wellen eingesetzt. Das 25 Jahre alte Boot „Gobo“, das man vor Ort gekauft hatte, habe unerwartet Schaden genommen, so seien Kabel zur Befestigung des Mastes gerissen. Mithilfe der Crew eines kanadischen Schiffes habe man das Ärgste repariert und auf Suwarrow, einem Atoll im Norden der Cook Islands, einige Tage lang pausiert.

Am 4.August sei es weiter gen Westen mit Ziel American Samoa (gut 800 Kilometer entfernt) gegangen, doch erneut zog Sturm auf. Schwere Schäden am Schiffsrumpf hätten sich nun gezeigt, der Motor sei kaputt geworden. Man habe die Seerettung Neuseelands alarmiert, dann tauchte 400 km vor American Samoa ein Fischerboot von dort auf. Am Mittwoch habe man bei schwerer See die „Gobo“ aufgegeben und sei mit einigen Habseligkeiten auf das Fischerschiff gewechselt. „Na ja, das Boot ist weg“, meint E. zur „Presse“, ob man es aufbringen könne, sei fraglich.

Eigentlich hätten sich die studierten Physiker auf American Samoa als Lehrer verdingen wollen. Man habe sie extrem freundlich empfangen, im Radio gaben sie ein Interview (im Übrigen sei die Rettung kaum mit Kosten verbunden gewesen: Man habe das „mit einem anständigen Barbecue“ erledigt“).

Nervende Gläubige

Freilich sei da ein Problem: „Die Menschen sind äußerst gläubig, und zwar so, dass man ständig gefragt wird, wo man ,steht‘.“ Das nerve. Also reise man wohl bald in den nahen Inselstaat Samoa weiter.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.08.2013)

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