Marktbericht. Fast alle schweren Werte im Plus, voestalpine verhindert aber einen festeren ATX. OMV an der Spitze.
Wien. Die Wiener Börse ist am Dienstag mit etwas höheren Kursen in die Sitzung gestartet. Der ATX wurde gegen 9.45 Uhr mit 2.487,87 Punkten nach 2.481,68 Einheiten am Montag errechnet, das ist ein Plus von 6,19 Punkten bzw. 0,25 Prozent.
Die europäischen Aktienmärkte sind nach einem sehr ruhigen Wochenauftakt einhellig freundlich gestartet, Marktteilnehmer verweisen auf positive Vorgaben von den asiatischen Börsen. Konjunkturseitig stehen in Europa und den USA einige Zahlenvorlage von Interesse an, nachdem am Vortag keine maßgebliche Veröffentlichungen erfolgt waren. Am späten Vormittag wird in Deutschland der ZEW-Saldo der Konjunkturerwartungen bekanntgegeben, auch die Industrieproduktion der Eurozone im Juni wird publiziert. Am Nachmittag messen Börsianer den US-Einzelhandelsumsätzen im Juli impulsgebendes Potenzial bei.
In Wien ist inzwischen die Berichtssaison weiter in vollem Gange, heute waren die Aktien von OMV und Semperit nach deren Bilanzvorlagen zum ersten Halbjahr gut gesucht: Semperit schnellten mit plus 5,00 Prozent auf 30,45 Euro an die Indexspitze im prime market, OMV lagen mit plus 1,78 Prozent auf 35,13 Euro auch klar befestigt. Die OMV verdiente dabei 1,29 Mrd. Euro, um 31 Prozent mehr als in der ersten Jahreshälfte 2012, ihr Betriebserfolg (EBIT) legte um 26 Prozent auf 1,93 Mrd. Euro zu. Von der APA befragte Analysten hatten beim Nettogewinn mit einem leichten Rückgang gerechnet.
Bei Semperit stieg im ersten Halbjahr der Umsatz um 10,2 Prozent auf 451,4 Mio. Euro. Nach Steuern blieb ein Gewinn von 28,2 Mio. Euro, das ist ein Plus von 18,3 Prozent, auch dieses Ergebnis lag über den Expertenschätzungen. Das ist eigenen Angaben zufolge das beste Halbjahresergebnis des Kunststoff- und Kautschukherstellers. Für die nächsten Jahre strebt Semperit weiterhin eine Ebitda-Marge von 12 bis 15 Prozent und eine Ebit-Marge von 8 bis 11 Prozent an.
Bereits am Vortag hatte die Telekom Austria ihre Zahlen für die erste Jahreshälfte veröffentlicht, die Anleger zeigten sich jedoch weiterhin wenig angetan. Nachdem die Papiere gestern 1,64 Prozent eingebüßt hatten, verbilligten sie sich am Dienstagvormittag um 0,92 Prozent auf 5,58 Euro. Noch stärker verbilligten sich im prime market bis dahin nur Wienerberger (minus 1,02 Prozent) und Rosenbauer (minus 1,40 Prozent). Belastat auch voestalpine: Die Aktie gibt ein gutes halbes Prozent auf 32,48 Euro nach.
Flughafen Wien (minus 0,71 Prozent auf 47,66 Euro) schwächelten vor ihrer morgen folgenden Bilanzpräsentation, während Do&Co mit plus 2,11 Prozent auf 35,36 Euro auf den Kauflisten der Anleger standen. Die Bankenwerte Raiffeisen (plus 0,67 Prozent) und Erste Group (plus 0,43 Prozent) tendierten auch unter den Gewinnern.
Der ATX Prime notierte bei 1.218,13 Zählern und damit um 0,26 Prozent oder 3,15 Punkte höher. Im prime market zeigten sich 17 Titel mit höheren Kursen, elf mit tieferen und zwei unverändert. In sieben Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung. Bis 9.45 Uhr wurden im prime market insgesamt 411.662 (Vortag: 475.966) Stück Aktien in Einfachzählung mit einem Kurswert von 17,588 (16,13) Mio. Euro (Doppelzählung) gehandelt.