ATX nimmt Anlauf auf Jahreshoch

Börseschluss. Getrieben von positiven US-Daten schließt der Wiener Leitindex nach einem Dauerlauf am Freitag 1,11 Prozent fester.

Wien. Die Wiener Börse hat am heutigen Freitag bei schwachem Volumen mit fester Tendenz geschlossen. Der heimische Leitindex ATX stieg gegenüber dem Mittwoch-Schluss (2.507,14) um 27,91 Punkte oder 1,11 Prozent auf 2.535,05 Zähler. Gegenüber Ultimo 2012 liegt der ATX per heute 133,84 Punkte oder 5,57 Prozent im Plus. Der ATX Prime schloss mit einem Plus von 1,02 Prozent oder 12,57 Punkten bei 1.240,71 Einheiten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York +0,06 Prozent, DAX/Frankfurt +0,13 Prozent, FTSE/London +0,21 Prozent und CAC-40/Paris +0,63 Prozent.

Der Schlussstand am Freitag in Wien liegt damit nur noch knapp 14 Punkte unter dem Jahreshöchststand von 2548,84 Zählern von Anfang März 2013. Knackt der ATX diese Marke in der kommenden Woche, wäre dies der höchste Stand seit zwei Jahren, im August 2011. Alleine in dieser - Feiertags bedingt - kürzeren Handelswoche verzeichnete der ATX ein Wochenplus von 2,50 Prozent. Seit Jahresstart legte der Wiener Leitindex damit 5,57 Prozent zu.

Gestützt wurde der prime market vor allem von den Andritz-Aktien. Diese legten um 2,88 Prozent auf 40,23 Euro zu. Für einen positiven Impuls sorgte ein Großauftrag der neu erworbenen deutschen Andritz-Tochter Schuler in der Türkei. Das türkische Unternehmen Karabük Iron & Steel Industry and Trade Inc. (Kardemir) habe eine Fertigungslinie zur Herstellung von Eisenbahnrädern bestellt. Mit einem Wert von über 90 Mio. Euro sei dies der größte Einzelauftrag der Firmengeschichte, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Daneben rückten einige Analystenkommentare zu den Andritz-Titeln in den Fokus. So senkten die Wertpapierexperten der Berenberg Bank zwar das Kursziel der Aktie von 48,00 Euro auf 46,50 Euro, die Kaufempfehlung "Buy" wurde indessen beibehalten. Die Wertpapierexperten von Citi Research haben indessen die Einstufung der Andritz-Aktien von "Neutral" auf "Buy" angehoben und das Kursziel bei 46 Euro belassen. Pessimistischer äußerten sich hingegen die Analysten der Erste Group, die ihre Einstufung der Papiere von "Accumulate" auf "Hold" senkten und das Kursziel von 51,70 auf 42,00 Euro deutlich nach unten revidierten.

An der Spitze des ATX gingen allerdings die Aktien der Vienna Insurance Group (VIG) aus dem Handel und zwar mit einem Kursplus von 4,11 Prozent auf 42,81 Euro. Gut gesucht zeigten sich außerdem Verbund, die um 2,14 Prozent auf 10,99 Prozent zulegten sowie die Bankentitel von Erste Group (plus 1,63 Prozent auf 26,83 Euro) und Raiffeisen Bank International (plus 0,72 Prozent auf 26,03 Euro).

Deutliche Kurseinbußen verzeichneten hingegen die Aktien der Telekom Austria, die sich um 2,67 Prozent auf 5,57 Euro verbilligten. Laut Marktteilnehmern sorgt hier ein Bericht des Wirtschaftsmagazins „Format" für Belastung, wonach der Konzern in naher Zukunft eine Kapitalerhöhung im Ausmaß von rund einer Milliarde Euro plane. Das Magazin beruft sich auf Insiderinformationen, Telekom-Sprecher Peter Schiefer dementierte hingegen die Notwendigkeit für frisches Kapital.

Das Tageshoch erreichte der ATX zu Handelsschluss mit 2.535,05 Zählern. Das Tagestief lag zur Eröffnung bei 2.496,79 Zählern. Im prime market zeigten sich am Ende der Sitzung 21 Titel mit höheren Kursen, 15 mit tieferen und einer unverändert.

Gehandelt wurden im prime market (Vortag: 4.630.180) Stück Aktien (Einfachzählung). Umsatzstärkste Aktie war Erste Group mit 939.431 Stück Aktien. Wertmäßig kam heute ein Umsatz im prime market (Doppelzählung) von (163,304) Mio. Euro zu Stande, wovon 49,90 Mio. Euro allein auf Erste Group entfielen.

(APA/ekh)

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