Luxusgaragen

Parken als Statement

Auf Stellplätzen wie etwa in der Rainer-Garage (Floragasse) werden Autos nicht nur geparkt, sondern auch gewaschen, serviciert und betankt.
Auf Stellplätzen wie etwa in der Rainer-Garage (Floragasse) werden Autos nicht nur geparkt, sondern auch gewaschen, serviciert und betankt.Marina Probst-Eiffe
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Die grauen Quadratmeter unter der Wiener Innenstadt gehören zu den teuersten überhaupt. Und sind nur schwer zu bekommen. Einige davon bieten mehr als nur Parkraum.

Der wahre urbane Luxus liegt nicht im Marmor, im Stuck oder in der Dachterrasse. Sondern im Souterrain, hat einen schnöden Betonboden und vielleicht ein angenehmes Lichtkonzept – dafür kostet er pro Quadratmeter so viel wie eine edelsanierte Altbauwohnung im Erst­bezug: Garagenstellplätze im eige­nen Haus gehören zu den teuersten Quadratmetern in Österreich, wobei natürlich auch hier – wie bei allen Immobilien – das folgende bekannte Mantra gilt:

Lage, Lage, Lage

Am teuersten parkt es sich im Ersten, hier werden durchaus Preise jenseits der 150.000 Euro fällig, wenn man vom Penthouse mit dem Lift direkt zum eigenen Auto gelangen will. Und dabei machen die Bauträger nicht unbedingt Gewinn – zumindest nicht mit dem Verkauf des Garagenplatzes an sich. Beim Verkauf der dazugehörenden Wohnung im Zweifelsfall schon – allein der Gedanke, die Einkäufe oder gar das Gepäck nach dem Skiurlaub von einer Garage in der Nachbarschaft aus heimzutragen, gehört zu den Dealbreakern.

Auch rechnerisch lässt sich festhalten: „Eine Wohnung mit Parkmöglichkeit im Haus ist mit Sicherheit zehn Prozent mehr wert, denn es ist gleich ein ganz anderer Luxus, wenn man zwei Stellplätze im Haus hat“, meint Örag-Vorstand Michael Buchmeier. Womit sich größere Kosten für die Errichtung auszahlen. Diese werden allerdings auch schnell fällig, wie Martin Müller, Inhaber von Müller Immobilien Consulting (MIC), vorrechnet.

Bei exklusiveren Systemen tauchen Stapelparker aus dem Boden auf.
Bei exklusiveren Systemen tauchen Stapelparker aus dem Boden auf.Klaus Multiparking

„Selbst bei Altbauaufstockungen sind Stellplätze fast schon ein Muss. Da schaut man dann, dass man die Erdgeschoßzone für vier Stapelparker nutzt. Was die Stadt nicht gerade schöner macht und mit E-Ladestationen auch schnell 100.000 Euro kostet“, sagt der Berater. Diese – oder zumindest die Vorrichtungen dafür – gehören inzwischen zum Standard. „Außerdem gehen die Trends bei Garagen in Richtung musikalische Beschallung, schöne Drucke an der Wand und gute Lichtkonzepte“, führt Müller fort. „Es geht immer mehr in Richtung Wohnraum.“

Privatgaragen: Lieber leer als verkauft

Zumindest für die Glücklichen oder Gutsituierten, die einen Stellplatz unterhalb der eigenen vier Wände ergattert haben. Denn das sind auch in Luxusobjekten nicht alle. Viele vergeben die begehrten Plätze nur mit Einheiten ab einem gewissen Preis, und selbst wenn deren Bewohner nicht alle Plätze kaufen, werden die übrigen nicht hergegeben. „Viele private Garagen sind eher leer“, weiß Elisabeth Rohr, Inhaberin von Rohr Real Estate, „und manche Eigentümer wollen keinen einzigen Platz auch nur vermieten.“ Andere dagegen geben die Stellplätze an Start-ups wie Payuca ab, die freie Parkplätze anmieten und dann über ihre App vermitteln.

Neben der schlichten Verfügbarkeit kennt das Parken wie auch alles andere im Luxussegment nach oben keine Grenzen: „Da gibt es inzwischen extrem coole Lösungen, bei denen etwa bei Schlössern ein Stapelparker aus der grünen Wiese auftaucht und dann mit dem Auto wieder verschwindet“, schildert Müller.

Mehr als nur parken

Auch in Sachen Service gibt es Angebote, von denen gewöhnliche Parkplatzssuchende nur träumen können. Wie etwa in der Rainer-Garage in der Floragasse: Hier werden Autos nicht nur geparkt, sondern auch gewaschen, serviciert und betankt. Und tauchen vielleicht in dem einen oder anderen Film auf, wenn die Garage wieder einmal zum Drehort wird. (sma)


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