Während der Ukraine-Krieg nicht nach Moskaus Plan läuft, kommt nun auch Ärger im Weltraum dazu: Die Mondsonde Luna 25 geriet am Samstag außer Kontrolle und stürzte ab.
Mitten in seinem höchst irdischen Krieg gegen die Ukraine, der auch nach eineinhalb Jahren nicht sonderlich gut verläuft, muss Russland im Weltall ebenfalls eine Niederlage einstecken: Die Mondsonde Luna 25, ein Prestigeprojekt des Kreml und Russlands erste Mondmission seit 1976, ist am Wochenende beim Abstieg zur Mondoberfläche außer Kontrolle geraten und zerschellt. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos teilte am Sonntag mit, Luna-25 sei am Samstag in eine „unvorhergesehene Umlaufbahn“ geraten und habe mit dem Aufprall „aufgehört zu existieren“. Der Ablauf war vorerst unklar, eine Kommission soll die Causa untersuchen.
Das quaderförmige Gerät mit vier Landebeinen, den Ausmaßen eines Kleinwagens und letztlich (ohne Treibstoff) rund 600 Kilogramm Masse war am 10. August vom Kosmodrom Wostochny im Fernen Osten Russlands aus in Richtung Mond gebracht worden. Dort war ein Landeort in einiger Entfernung vom Südpol geplant, beim Krater Boguslawski, benannt nach dem deutschen Astronomen Palm Heinrich Ludwig von Boguslawski (1789–1851). Der vom Lawotschkin-Konzern gebaute Lander hätte sinnigerweise neue Technologien für eine weiche Landung untersuchen sollen. Außerdem war bei dem Projekt, das in den 2000er-Jahren wurzelt und sich lang verzögert hat, die Teilnahme Schwedens und der europäischen Weltraumagentur ESA geplant; Schweden zog sich vor Jahren zurück, die ESA im Vorjahr nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs. Die ESA hätte für Luna 25 just eine neue Präzisionskamera zur Unterstützung des Landevorgangs eingebracht.