Neues Video

War Prigoschin zuletzt in Afrika?

Jewgeni Priogschin auf einem Screenshot des aktuellen Videos.
Jewgeni Priogschin auf einem Screenshot des aktuellen Videos.Reuters / Pmc Wagner
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Der Chef der Wagner-Truppe meldet sich in einem neuen Video zu Wort, das ihn anscheinend in Afrika zeigt. Die Arbeit seiner Söldner mache Russland „noch größer auf dem Kontinenten“. Er wirbt auch um neue Kämpfer.

Rund zwei Monate nach seinem gescheiterten Kurzzeit-Aufstand in Russland ist erst vor wenigen Tagen im Internet ein neues Video des Söldnerchefs Jewgeni Prigoschin aufgetaucht. Der rund 40 Sekunden lange Clip, der Prigoschin in Tarnkleidung und mit Gewehr in der Hand zeigt, sei in einem afrikanischen Land aufgenommen worden, teilte der der Söldnertruppe Wagner nahe stehende Telegram-Kanal „Grey Zone“ Montagabend mit. Genauere Informationen wurden nicht genannt.

Der Absturz des Privatflugzeugs, in dem auch Prigoschin vermutet wird, dürfte der Rückflug nach Russland gewesen sein. Wie der Investigativjournalisten Christo Grozev auf X (vormals Twitter) schrieb, sei Prigoschin in Mali gewesen. Er habe dort Verhandlungen mit dem Militärgeheimdienst GRU geführt, um die Söldner im Land bzw. in Afrika halten zu können.

„Wir arbeiten. Die Temperatur beträgt mehr als 50 Grad“, sagt Prigoschin in dem nicht zu verifizierenden Video. Dann erklärt er, dass seine Wagner-Truppe Aufklärungsarbeiten durchführe - und fügt hinzu: „Sie macht Russland noch größer auf allen Kontinenten. Und Afrika noch freier.“ Seine Söldner machten das Leben der Mitglieder von IS und al-Qaida zum Alptraum. Die für ihre Brutalität berüchtigten Wagner-Söldner sind in mehreren afrikanischen Ländern wie Mali aktiv.

In dem Video warb Prigoschin außerdem um Rekruten für seine Söldner-Gruppe und erklärt, Wagner werde „die gestellten Aufgaben erfüllen“. Auch eine Telefonnummer für Interessenten wird eingeblendet.

Nach dem Frust-Putsch ist Prigoschin sporadisch wieder aufgetaucht

Prigoschins Söldner hatten viele Monate lang an der Seite der regulären russischen Armee im seit Februar 2022 dauernden Angriffskrieg gegen die Ukraine gekämpft. Ende Juni mobilisierte Prigoschin seine Männer aus Frust über die seiner Ansicht nach zu uneffektive russische Militärführung für einen Marsch auf Moskau, den er allerdings einige Stunden später nach Verhandlungen wieder stoppte. Unter der Bedingung, ins Nachbarland Belarus auszuwandern, wurde Prigoschin vom Kreml Straffreiheit versprochen.

Wenig später allerdings tauchte der 62-Jährige wieder in Russland auf - am Rande des Afrika-Gipfels in St. Petersburg Ende Juli. Dort zeigte er sich mit einem Vertreter aus der Zentralafrikanischen Republik. Sorge gab es zuletzt zudem auch darüber, dass der westafrikanische Niger nach dem kürzlichen Militärputsch nun näher an Russland rücken könnte. Prigoschin hatte den Umsturz im Niger begrüßt. Nach Prigoschins Tod steht die Zukunft der Söldnertruppe Wagner unklar. (APA/dpa/Reuters)


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