Interview

„Den Dollar loszuwerden, ist absolut unrealistisch“

Der russische Außenminister Sergej Lawrow wird nach seiner Landung in Südafrika singend und tanzend empfangen.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow wird nach seiner Landung in Südafrika singend und tanzend empfangen. Reuters / Jacoline Schoonees/dirco
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Der Brics-Experte Daniel Bradlow spricht im Interview mit der „Presse“ über die Überwertung der Allianz, den Flirt mit dem Iran und die China-Skepsis einiger Mitglieder.

Die Presse: Die viel diskutierte gemeinsame Handelswährung hat es nicht auf die Agenda des Brics-Gipfels geschafft. Dazu gibt es Uneinigkeit über die Expansion. Haben die Mitglieder (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) überhaupt eine gemeinsame Vision, was aus Brics werden soll?

Daniel Bradlow: Zu einem gewissen Grad. Sie wollen mehr Handel untereinander, mehr Flexibilität, mit welcher Währung er stattfindet. Und sie stimmen darüber ein, dass die derzeitigen Arrangements der globalen Weltordnung nicht mehr funktionieren. Aber bei der Frage, wie der benötigte Wandel aussehen soll, gehen die Meinungen auseinander.

Wo sehen Sie das?

Das offensichtlichste Beispiel ist der UN-Sicherheitsrat. Dort sind die ständigen Mitglieder China und Russland nicht unzufrieden mit der aktuellen Situation, während die anderen Staaten eine Reform wollen. Es ist einfacher für die Brics, in wirtschaftlichen Institutionen eine gemeinsame Position zu finden, wie der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds. Aber auch da gibt es Unterschiede. Beinahe jede Veränderung der aktuellen Quotenformeln würde etwa einen Nachteil für das Brics-Land Südafrika und die anderen afrikanischen Nationen bedeuten.

Für wie stark halten sie denn die Brics – sind sie auf Augenhöhe mit den G7?

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