Milliardenkauf. Raiffeisen-Analyst Galbur unterstreicht, dass für den Kauf der Ölfeldanteile keine Kapitalerhöhung benötigt werde.
Wien. Den Rekordkauf der OMV sieht der Analyst der Raiffeisen Centrobank (RCB), Oleg Galbur, in einer ersten Reaktion positiv. Dieser passe in die Strategie des Mineralölkonzerns, verstärkt in die Öl- und Gasförderung zu investieren, kommentierte er gegenüber der APA. Rund um die Nordsee gebe es im Vergleich zu anderen Regionen, in denen die OMV fördert, ein stabiles politisches Umfeld, so Galbur. So könne der Konzern die Fördermenge stabilisieren und außerdem seine Präsenz in Norwegen ausbauen.
Obwohl es der größte Zukauf in der Geschichte der OMV ist, erwartet Galbur auf der Finanzierungsseite keine Probleme. Eine Kapitalerhöhung sei nicht notwendig. Auch sieht er keinen Zusammenhang zwischen dem Nordsee-Deal und dem gescheiterten Nabucco-Projekt.
Anleger bleiben noch vorsichtig
Die Aktien der OMV liegen am frühen Montagnachmittag nach dem Rekordzukauf am Ende des Wiener Leitindex ATX. Der Markt zweifle an den von der OMV genannten Erwartungen, vermutet Analyst Galbur als einen der möglichen Gründe für den Kursverlust von knapp drei Prozent. Der Preis für die Felder liege zwar im Mittelfeld. Es bestehe bei den Börsianern aber trotzdem die Angst, dass der teilstaatliche Mineralölkonzern "vielleicht" zu viel gezahlt haben könnte.
Eine der Sorgen sei auch, dass es bei reifen Feldern, bei denen bereits gefördert wird, in den nächsten Jahren zu einem "natürlichem Rückgang" kommen könnte. In Summe gebe es derzeit zu viele unbekannte Faktoren, daher würden es Investoren vorerst vorziehen, den OMV-Aktien fernzubleiben, fasst Galbur zusammen.
Er selber bleibe auch nach einer Telefonkonferenz mit dem OMV-Management der Meinung, es handle sich bei dem Zukauf um eine positive Meldung. Es sehe es nicht als reines Investment, sondern als strategischen Schritt. Der Deal sei eine "offene Tür" zu den Ölvorkommen in der Nordsee vor Norwegen.
(APA/dpa)