Deutschland

Warnung vor Pleitewelle in deutscher Gastronomie

In der deutschen Gastronomie gilt immer noch ein in der Covid-Krise gesenkter Mehrwertsteuersatz von sieben statt 19 Prozent auf Essen. Eine Rückkehr zur vollen Mehrwertsteuer könnte zu mehr Pleiten in der Gastronomie führen
In der deutschen Gastronomie gilt immer noch ein in der Covid-Krise gesenkter Mehrwertsteuersatz von sieben statt 19 Prozent auf Essen. Eine Rückkehr zur vollen Mehrwertsteuer könnte zu mehr Pleiten in der Gastronomie führenIMAGO/snapshot-photography/T.Seeliger
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Grund ist das Auslaufen des gesenkten Mehrwertsteuersatzes. Gut jeder zehnte Betrieb könnte von der drohenden Welle betroffen sein.

In der deutschen Gastronomie gilt immer noch ein in der Covid-Krise gesenkter Mehrwertsteuersatz von sieben statt 19 Prozent auf Essen, der wegen der Energiekrise verlängert wurde. Eine Rückkehr zur vollen Mehrwertsteuer zum Jahreswechsel könnte nach Einschätzung von Branchenbeobachtern zu mehr Pleiten in der Gastronomie führen. Gut jeder zehnte Betrieb könnte laut dem Informationsdienstleister Crif betroffen sein.

„Die Gastronomie-Branche steht auch nach der Corona-Pandemie vor einer Vielzahl von Herausforderungen, darunter Inflation, steigende Energie- und Personalkosten sowie ein Trend zum Homeoffice“, erläuterte Crif-Deutschland-Geschäftsführer Frank Schlein am Donnerstag. „Die Erhöhung der Mehrwertsteuer könnte die Situation, insbesondere für bereits finanziell schwache Gastronomie-Unternehmen, weiter verschärfen.“

August-Zahlen zufolge gelten laut Crif 14.219 Restaurants, Gaststätten, Imbisse und Cafés in Deutschland als insolvenzgefährdet. Das seien 11,9 Prozent der knapp 120.000 analysierten Betriebe. Im Jänner 2020, vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, habe die Zahl der insolvenzgefährdeten Gastronomiebetriebe bei 12.662 gelegen.

Gastro-Pleiten bereits überdurchschnittlich gestiegen

Crif verwies darauf, dass im ersten Halbjahr 2023 die Zahl der Pleiten in der Gastronomie überdurchschnittlich angestiegen sei: Mit 743 Insolvenzen habe es in der Branche hierzulande 29,4 Prozent mehr Pleiten gegeben als ein Jahr zuvor. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) geht davon aus, dass bei einer Rückkehr zur vollen Mehrwertsteuer etwa 12.000 Betriebe aufgeben werden.

Der reduzierte Umsatzsteuersatz für Gastronomie und Hotellerie in Österreich ist hingegen schon mit Jahresende 2021 ausgelaufen. Die Absenkung von zehn auf fünf Prozent für Getränke, Speisen und Nächtigungen wurde schon damals nicht mehr verlängert. Gastronomie-und Hotellerievertreter hatten zuvor vehement - und vergeblich - auf eine Verlängerung gepocht. (APA)


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