Gehaltsangaben

Mindestgehalt im Stelleninserat: Unternehmen schaden sich selbst

MGO
  • Drucken

Jobsuchende machen einen Bogen um Unternehmen, die in Stelleninseraten – wie gesetzlich vorgesehen – nur das Mindestgehalt angeben, ermittelt Julia Brandl in einer Studie.

Bis vor gut zehn Jahren war es in Bewerbungsgesprächen meist so: Erst nachdem die inhaltlichen Fragen geklärt waren, wurde das Gehalt thematisiert. Die gesetzliche Verpflichtung, das Gehalt in internen (Schwarzes Brett usw.) wie externen (Zeitungsinserat etc.) Stellenausschreibungen auszuschildern, veränderte das Bild: Das Gehalt transparent zu machen wurde zur Bringschuld der Arbeitgeber – noch bevor sich überhaupt jemand beworben hatte. Und verschob das Gehaltsthema an den Anfang des Bewerbungsprozesses.

„Das Gehalt, das Arbeitgeber hier angeben, wirkt wie ein Anker auf die Erwartungen“, sagt Julia Brandl, Professorin an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Der Ankereffekt ist ein psychologisches Phänomen: Gibt es in Situationen mit unsicherem Ausgang einen Orientierungspunkt (eine Zahl), einen Anker, beeinflusst dieser unsere bisherigen Erwartungen. In Gehaltsverhandlungen ist der erste Betrag, den das Gegenüber nennt, sowohl für das Ergebnis als auch für die Frage, ob jemand an einer Kontaktaufnahme interessiert sei, entscheidend.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.